Historischer Benz soll im Nonnenhorner Rathauspark Hingucker werden

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Isabel de Placido

Entschieden ist noch nichts: Aber Pläne für den kleinen Park gegenüber Nonnenhorner Rathauses rücken eine Glasgarage für den historischen Narrenbenz in den Mittelpunkt. Sobald die Kosten klar sind, soll die Entscheidung fallen. Voraussichtlich werde das im Januar sein. Das wurde in einer gemeinsamen Sitzung von Gemeinderat und Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung (TG) deutlich.

Ursprünglich hatten die Pläne eine Glasgarage am nördlichen Ende des Rathausparks vorgesehen, in der der historische Benz aus dem Jahr 1911 präsentiert werden soll. Jetzt, nachdem der Vorstand der TG beschlossen hat, den Oldtimer prominenter und damit direkt an den Kiesplatz in der Mitte des Parks platziert zu platzieren, wird der historische Benz zum dominierenden Element des Parks.

Auch wenn die Garage nun mehr ins Zentrum rückt, bleiben die Pläne großteils die alten. Allerdings ist nun kein Wasserspiel mehr auf dem Platz vorgesehen, wobei der Platz selbst als Wasser gebundene Fläche verlegt werden soll. Das bedeutet, dass der Belag wasserdurchlässig ist. Auch die einst angedachten mobilen Stühle fallen weg. Gestrichen wurde zudem der kleine Holzsteg, der nach den ursprünglichen Plänen einen Übergang von der Straße zum Platz darstellen sollte.

Blick von allen Seiten gut

Nach wie vor soll es ein Pflanzenband um den Platz sowie drei in den Park hinein gestreute Pflanzeninseln geben, die mit Gräsern und bunten Stauden bepflanzt sind. Damit es dort auch im Frühjahr blüht, sollen zudem Tulpen und Zierlauchzwiebeln gesetzt werden. Ansonsten soll in den Park all das gepflanzt werden, was in Nonnenhorn an anderer Stelle auch schon wächst. Also etwa Linden, Kastanien oder Blauregen. Auch die neuen Sitzgelegenheiten sollen zu jenen passen, die bereits im Dorf stehen.

Mit dem neuen Platz für die Glasgarage, verändert sich auch die ursprünglich geplante Wegführung. Nun führt ein Weg um den Glaspavillon herum. Ein weiterer soll an der Garage vorbei über den Platz bis zum anderen Ende des Parks führen. „Das hat den Vorteil, dass man das Auto besser und von allen Seiten sehen kann“, erklärt Planerin Teresa Gierer vom Stadtentwicklungsbüro Meixner-Geerds.

Das Auto soll auf einer gepflasterten Fläche stehen. Der Glaskubus einer Firma aus Hörbranz bekommt vier Stahlpfosten und ein Dach mit Überstand. Damit der Benz länger im Schatten steht, wird der Überstand einen Meter lang sein. Zusätzlich soll UV-Glas das Automobil vor zerstörerischem Sonnenlicht schützen. „Der Vorteil des Glaskubus ist, dass man da drin auch mal was anderes ausstellen könnte. Der Kubus ist multifunktional“, sagt Moderator Max Lang vom Amt für ländliche Entwicklung.

Die genauen Kosten für das Glasbauwerk kann der Planer jedoch erst im Januar benennen. Eine vage Kostenschätzung bewegt sich derzeit bei rund 60 000 Euro. Gemeinderat Oliver Schaugg fragte, über welchen Wert man in diesem Zusammenhang spreche. Ratsmitglied Tobias Hirlinger, Vorsitzender des Narrenvereins, daraufhin: „Das Auto ist für niemanden so wertvoll wie für uns.“

Laut Hirrlinger hat der Narrenverein in seiner Satzung verankert, dass der historische Benz, niemals verkauft werden dürfe, damit er für die Nonnenhorner erhalten bleibe. Aus diesem Grund könne sich der Verein auch vorstellen, die Gemeinde mit Eigenleistungen zu unterstützen.

Die große Mehrheit der Gemeinderats- und Vorstandsmitglieder äußerte sich nicht zu den neuen Plänen. Dennoch gab es Kritik: „Jetzt dreht sich der Park nur noch ums Auto. Die Eleganz, der Schwung und das Organische sind völlig verloren gegangen“, bedauerte Schaugg. Den Wegfall des Wasserspiels kritisierten sowohl Marcus Egger als auch Rotraud Schwantes. „Das Wasserspiel ist zu teuer, aber bei dieser Vitrine ist nichts zu teuer. Das ärgert mich“, sagte Schwantes.

Bürgermeister Rainer Krauß erklärte, dass der Gemeinderat beschlossen habe, das Wasserspiel weg zu lassen. Denn im Dorf gebe es genügend andere Brunnen. Gemeinderat Roland Hornstein fand es allerdings wichtig, dass der Rathausparkplan wieder geändert werde, für den Fall, dass sich das Gremium gegen den Glaspavillon entscheide. Hornstein kritisierte, dass der Plan derzeitig völlig auf den Glaskubus ausgelegt sei.

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