„Es war ein Jahr des Luftholens“

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Kann sich sehen lassen: die erneuerte Dorfmitte Nonnenhorns. In diesem Jahr nimmt die Gemeinde den zweiten Abschnitt in Angriff.
Kann sich sehen lassen: die erneuerte Dorfmitte Nonnenhorns. In diesem Jahr nimmt die Gemeinde den zweiten Abschnitt in Angriff. (Foto: Cf)
Isabel Kubeth de Placido

Das Jahr 2018 war für Nonnenhorn das Jahr des Luftholens. Denn nachdem sich in den vergangenen Jahren in der Gemeinde vor allem in Sachen Dorferneuerung jede Menge getan hatte, blieben 2018 die sichtbaren und außenwirksamen Projekte aus. Dafür haben Gemeindeverwaltung und Gemeinderat heuer so einiges an Vorarbeit geleistet für das, was im neuen Jahr kommen wird. Von der Fortsetzung der Dorferneuerung bis hin zur Beendigung des leidigen Themas um die Bahnsteigerhöhung.

Die Dorferneuerung Nonnenhorns ist eine Erfolgsstory. Nicht umsonst hat die Gemeinde im zurückliegenden Jahr einen Fördernachschlag von 1,2 Millionen Euro vom Amt für ländliche Entwicklung bekommen. Und das, obwohl für die Erneuerung der Seehalde Ost und West samt Stachus bereits 1,3 Millionen Euro geflossen waren und obwohl es normalerweise eher keine Nachschläge gibt. Damit ist Nonnenhorn nach der Marktgemeinde Irsee im Ostallgäu auf Platz zwei der am höchsten geförderten Gemeinden in Schwaben. „Dass wir jetzt noch einmal eine Förderung bekommen, ist für uns ein Zeichen der Anerkennung, dass in Nonnenhorn gute Arbeit geleistet wird“, freut sich Bürgermeister Rainer Krauß. Mit dem Geld nimmt die Gemeinde 2019 den zweiten Abschnitt der Dorferneuerung in Angriff. In mehrere Workshops haben das damit betraute Planungsbüro, Mitglieder des Gemeinderates wie auch zahlreiche Bürger Pläne ausgearbeitet, wie in Zukunft die Conrad-Forster-Straße mit dem Kapellenplatz sowie der kleinen Grünanlage gegenüber des Rathauses, aussehen sollen.

Die Sanierung und der Umbau des Rathauses selbst sind zwar schon seit 2017 abgeschlossen. Mit einem kleinen Fest samt Tag der offenen Tür offiziell eingeweiht hat es die Gemeinde allerdings erst im letzten Mai. Der Grund für diese Verschiebung war der Tod von Altbürgermeister Josef Hornstein. Durch die knapp zwei Millionen Euro teure Maßnahme kann sich Nonnenhorn seitdem über eine zeitgemäße, behindertengerechte und moderne Gemeindezentrale freuen, die über einen großen Sitzungssaal und einen neuen Anbau für das Archiv samt Fahrstuhl verfügt.

Geld für den Bahnhof

Eine weitere Überraschung gab es für Nonnenhorn im September. Als nämlich der Freistaat der kleinen Gemeinde am See 2,3 Millionen Euro für den Ausbau ihres Bahnhofs zur Verfügung stellte. Mit diesem Geld kann der Nonnenhorner Bahnhof nun komplett barrierefrei ausgebaut werden und das leidige Thema um die dringend notwendige Bahnsteigerhöhung hat ein Ende. Dafür hatte Bürgermeister Rainer Krauß fast zehn Jahre lang gekämpft. Denn das Problem am Nonnenhorner Bahnhof ist, dass der alte Bahnsteig zu niedrig für die modernen Eisenbahnwagons ist. Deshalb müssen Passagiere bisher einen Tritt von mindestens 50 Zentimetern überwinden, um vom Bahnsteig in den Zug zu kommen. Zwar war der neue Bahnsteig bereits für 2016 angekündigt gewesen. Allerdings hängt der Umbau vom elektrischen Stellwerk in Lindau ab. 2019 soll nun alles über die Bühne gehen. Samt Ausbau der Bahnübergänge.

Alles richtig gemacht hat die Gemeinde nach Krauß’ Meinung mit ihrer Entscheidung zur Einführung der neuen Gästekarte. „Das erste Jahr EBC ist absolut gut gelaufen“, freut er sich. Sowohl bei den Gästen als auch bei den Gastgebern sei die Karte gut angekommen. Dadurch, dass der wohl größte Vorteil der EBC darin besteht, dass die Gäste kostenlos mit Bus und Bahn im Gebiet des Verkehrsverbunds Bodensee-Oberschwaben fahren, erhofft sich Nonnenhorn, einen Beitrag zur Entlastung der Straßen zu leisten. „Der Gemeinderat ist sich sicher, dass wir in unserer überfüllten Region damit auf dem richtigen Weg sind“, sagt Krauß.

Ein weiterer Höhepunkt des vergangenen Jahres war zudem das 150-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Nonnenhorn, die damit eine der ältesten Freiwilligen-Feuerwehren im Landkreis ist. Passend zum Anlass gab es von der Gemeinde zusammen mit dem Freistaat Bayern einen neuen Mannschaftstransportwagen (MTW), der im Rahmen des Jubiläumsfestes seine Fahrzeugweihe erfuhr. Der alte MTW hatte keinen TÜV mehr bekommen.

Alles in allem ist der Bürgermeister recht zufrieden mit dem zurückliegenden Jahr. „Es war ein Jahr des Luftholens“, fasst er zusammen und erklärt: „Wir haben heuer nicht viel Außenwirksames gebaut, dafür aber viel Vorarbeit geleistet und viel in die Wege geleitet, was im kommenden Jahr verwirklicht wird.“

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