Das Nonnenhorner Jahr im Rückblick

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 Der Nonnenhorner Mammutbaum vor der St. Jakobus Kapelle bleibt stehen.
Der Nonnenhorner Mammutbaum vor der St. Jakobus Kapelle bleibt stehen. (Foto: Archiv: isa)
Isabellde Placido

Schäfflertanz und Dorferneuerung – das sind die beiden prägendsten bedeutendsten Nonnenhorner Ereignisse des Jahres 2019. Doch auch darüber hinaus hat sich einiges mehr in dem kleinen Weindorf am Bodensee getan.

Im Feste feiern ist Nonnenhorn ohnehin ganz groß. Doch nur alle sieben Jahre feiert das Weindorf am See seine Schäfflertradition. Von daher ist es kein Wunder, dass das Jahr 2019 ganz im Zeichen des Schäfflertanzes stand. Und zwar nicht erst und nur am Tag der Hauptaufführung, sondern auch schon die Wochen davor. Denn weil der Tanz, an dem ausschließlich nur einheimische Männer zwischen 16 und 40 Jahren mitmachen dürfen, einer guten Vorbereitung bedarf, fingen die Schäffler schon über ein halbes Jahr vor dem 28. April an zu üben. Wofür die Schäffler dann auch durch das begeisterte Publikum belohnt wurde.

Angefangen haben die Nonnenhorner das Jahr 2019 aber auch mit einem Thema, das sich durch das ganze Jahr hindurch ziehen sollte.

So fing im Januar die katholische Pfarrgemeinde St. Christopherus mit dem Spendensammeln an, um die 50 000 Euro zusammenzubekommen, die sie selber für die Sanierung der St. Jakobus Kapelle mitten im Nonnenhorner Ortskern aufbringen muss. Weil die kleine Kapelle im Zuge der anstehenden Dorferneuerung außen saniert werden soll, will die Pfarrgemeinde sie auch von innen aufzuhübschen. Wird außen die Conrad Forster-Straße neu gemacht, der Kapellenvorplatz neu gepflastert und eine Drainage in den Boden gelegt, um das nasse Mauerwerk des Kirchleins trockenzulegen, haben es innen insbesondere die kostbaren Statuen und der neugotische Altar nötig.

Seit September wird rund um die Kapelle die Straße gemacht. Und damit befindet sich Nonnenhorn mitten drin im dritten und letzten Bauabschnitt seiner Dorferneuerung. Bis Mai sollen die Arbeiten, im Zuge derer die Conrad Forster-Straße verschlenkt, die Gehwege entweder neu angelegt oder versenkt werden, und der Rathauspark neu gestaltet wird, voraussichtlich noch andauern. Damit wird das Projekt „Dorferneuerung“, das 2013 mit Planungen begonnen hat und 2015 mit der Verschönerung der Seehalde als ersten Bauabschnitt sowie 2017 mit der Sanierung des Rathauses als zweiten Bauabschnitt fortgesetzt wurde, beendet sein.

Beendet ist auch seit dem Frühjahr die Verlegung der Glasfaserleitungen in der Uferstraße. Allerdings nur die Verlegung. Die Verknüpfung mit dem bestehenden Netz wird erst im Frühjahr des neuen Jahres kommen. Gebaut hat in Nonnenhorn aber auch die Bahn. So hat die DB-Netze ab dem Frühjahr bis in den Herbst hinein die drei Nonnenhorner Bahnübergänge „Lerchentorkel“, „Seehalde“ und „Mauthausstraße“ saniert und im Zuge dessen die Wege abgegraben und verbreitert. Diese Maßnahmen sollen eine höhere Sicherheit an den Haltestellen gewährleisten

Seinen ersten zukunftsweisenden Beschluss im Jahr 2019 hat der Nonnenhorner Gemeinderat im Februar gefällt, indem er sich durch eine entsprechende Satzung das Vorkaufsrecht für Grundstücke am Kurpark gesichert hat. Ziel war und soll sein, dass das Gremium der Gemeinde ermöglich will, bei etwaigen Verkäufen durch die Privateigentümer für Nonnenhorns städtebauliche Entwicklung wichtige Gebäude und Grundstücke zu kaufen. Dem vorangegangen war, dass eines der Gebäude, die an den Kurpark grenzen, auf einer Immobilienbörse zum Verkauf gestanden hatte. Allerdings kam es nicht zum Verkauf. Aber die Gemeinde wollte vorsorgen um sich in Zukunft bei solchen ortswichtigen Grundstücken in eine bessere Position zu bringen.

Darüber hinaus hatte der Nonnenhorner Gemeinderat auch beschlossen ein neues Gewerbegebiet auf dem 0,82 Hektar großen Dreieck zwischen LI 16 und der LI 6, einzurichten. Die Gemeinde hatte dieses Gebiet mit dem Namen „Längenberg“ eigens dafür gekauft und will dadurch ortsansässige Gewerbebetriebe stärken und Arbeitsplätze schaffen.

Im Oktober hat Nonnenhorn zudem als erste schwäbische Gemeinde die Genehmigungspflicht von Zweitwohnungen beschlossen. Damit will Nonnenhorn dem Missstand entgegentreten, dass Einheimische keine bezahlbaren Wohnungen mehr finden, während Zweitwohnungen die meiste Zeit des Jahres leer stehen. Und das betrifft in der Gemeinde aktuell rund 130 Zweitwohnungen. Im November folgte dann eine neue Zweitwohnungssteuersatzung. Statt eines Stufenmodells will die Gemeinde ab 2020 zwölf Prozent der Jahreskaltmiete verlangen und erhofft sich dadurch größere Gerechtigkeit als bisher.

Seit November hat der Nonnenhorner Gemeinderat auch ein neues Mitglied. Bürgermeister Rainer Krauß vereidigte Gabriele Hornstein als neue Gemeinderätin, die die Nachfolge von Margit Moll antrat. Die langjährige Gemeinderätin hatte ihr Amt abgeben müssen, weil sie nach Lindau gezogen war.

Und eine gute Nachricht gab es passend zur Vorweihnachtszeit, im Dezember: Der 140 Jahre alte Mammutbaum vor der St. Jakobus Kapelle bleibt stehen und muss nicht weg.

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