Alte Brände neu gemischt: Lindauer Kleinbrenner eröffnen Saison mit Edelbränden und flotten Cocktails

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Alexandra Hanser, Nonnenhorns Bürgermeister Rainer Krauß, Landrat Elmar Stegmann, Thomas Baumgartner sowie Stefan Hanser (von li
Alexandra Hanser, Nonnenhorns Bürgermeister Rainer Krauß, Landrat Elmar Stegmann, Thomas Baumgartner sowie Stefan Hanser (von links) schmeckt der „Himbeer Mojito“ bestens. (Foto: Fotos: Isabel de Placido)
Isabel de Placido

Zum fünften Mal haben die Lindauer Kleinbrenner die Brennereisaison offiziell eröffnet. Eine längst schon liebgewonnene Veranstaltung, bei der der Lindauer Kleinbrennerverband seinen 600 Mitgliedern die Gelegenheit bieten will zusammenzukommen, ebenso wie er der breiten Öffentlichkeit seine prämierten Edelbrände präsentieren will. Und so standen dieses Mal nicht nur wieder der Genuss und die Geselligkeit im Mittelpunkt. Als besonderes Schmankerl gab es bei Conni und Thomas Gierer in Nonnenhorn auch jede Menge flotter Cocktails.

„In den Edelbränden ist das Aroma so intensiv, das kommt bei den Cocktails gut raus“, erklärt Conni Gierer. Zusammen mit ihrem Mann Thomas sowie Jürgen Spieler, Vorsitzender des Verbandes, ist sie in diesem Jahr die Gastgeberin bei dieser Brennereisaisoneröffnung. Doch Gierer ist nicht nur Gastgeberin. Mit ihren Cocktails ist die Edelbrandsommelière auch Vorreiterin unter ihren Brennerkollegen, zumindest hier im Landkreis.

„Die Brenner ziehen schon länger in die Bars“, erklärt sie, räumt aber ein, dass dieser Trend eher in anderen Regionen Deutschlands angekommen sei. In der Freiburger Gegend etwa, gebe es einige Bars, die sich auf Cocktails mit Edelbränden spezialisiert hätten, erzählt sie. Und zwar nicht nur auf den klassischen Gin Tonic. Für alle Klassik-Fans hat sie den an diesem späten Nachmittag natürlich auch im Programm.

Doch Landrat Elmar Stegmann, Nonnenhorns Bürgermeister Rainer Krauß, ihre Wasserburger Brennerkollegen Stefan und Alexandra Hanser sowie Thomas Baumgartner sind neugierig. Für sie mixt Conni Gierer einen „Himbeer Mojito“. „Mir ist wichtig, dass die Cocktails einfach zuzubereiten sind und dass man keine abgefahrenen Zutaten braucht“, erklärt sie den Gästen, während sie zu den zerstoßenen Limetten, dem Zucker und dem Eis im Glas einen Schuss Himbeergeist hinzugibt. Deshalb, und weil in der heutigen Zeit die Regionalität eine immer größere Rolle beim Verbraucher spiele, aber auch dank des intensiven Geschmacks der Brände hofft sie, dass die Zeit jetzt reif ist, um das „Altbackene“ der Edelbrände in ein junges Image zu verwandeln.

Das Zeug dazu haben die edlen Destillate allemal. In seiner Rede hatte Landrat Elmar Stegmann die Qualität der Edelbrände ebenso hervorgehoben wie ihre Regionalität. „Ein Edelbrand ist hundert Prozent Natur“, sagte er und betonte, dass die Lindauer Region ein „sehr gutes Image“ beim Verbraucher habe. Nicht umsonst würde hier bei der Herstellung von Lebensmitteln auf Qualität geachtet und Traditionen gelebt werden. Stegmann bezeichnete die Kleinbrenner als „Aushängeschilder für unsere Region“. Obendrein stellte der Landrat die Bedeutung der Kleinbrenner als Hüter und Erhalter der hiesigen Kulturlandschaft heraus, als er in den Raum stellte: „Was wären unsere Wiesen im Allgäu und am Bodensee ohne unsere Streuobstbäume.“

Was wiederum die Lindauer Kleinbrenner aus den Früchten dieser Bäume alles produzieren, davon konnten sich die Gäste, die immer Laufe des späten Nachmittags und frühen Abends immer zahlreicher wurden, selbst überzeugen. Denn außer leckeren Cocktails mit spannenden Namen wie „Hokus-Pokus-Mespilus“ oder „Willi Sprizz“ gab es noch all jene hochprozentigen Brände, Geiste und Spirituosen zum Probieren, die im vergangenen Jahr bei der bayerischen Obstbrandprämierung ausgezeichnet wurden.

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