Zwischen Friedensaktivisten und der AfD bleibt es ruhig

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Zum Flaggentag der „Mayors for Peace“ haben sich Mitglieder von „Friedensregion Bodensee“ und „Keine Waffen am Bodensee“ am Samstag mit einem Infostand vor dem Alten Rathaus platziert. Zufällig war dort zeitgleich auch die AfD mit einem Infostand vor Ort. Zwischen den beiden Gruppierungen blieb es friedlich, allerdings hatten sich Mitglieder der Kampagne „Keine Stimme für Rassismus“ vor dem Stand der AfD positioniert.

Bereits während die AfD noch mit dem Aufbau ihres Wahlkampfstandes beschäftigt war, habe sich die Gegenkundgebung formiert, wie es in einer Pressemitteilung der Kampagne heißt. Mit eine großen Transparent mit der Aufschrift „Keine Stimme für Rassismus“, Schildern mit der Aufschrift „No AfD“ oder „No Nazis“ sowie Flugblättern und Gesprächen mit Passanten brachten die Teilnehmer etwa sechs Stunden lang Kritik an den Positionen der AfD zum Ausdruck. Ein paar von ihnen hatten Müllbeutel dabei und ein Schild mit der Aufschrift: „AfD-Propaganda hier entsorgen“. Weil sich immer wieder auch Passanten der Gegenkundgebung anschlossen, hätten dort zeitweise 20 Menschen protestiert, heißt es in der Mitteilung.

Rainer Rothfuß erklärt den Wechsel zur AfD

Zu Eskalationen kam es während der gesamten Zeit, in der die Infostände nebeneinander standen, allerdings nicht. Der Polizist, der sicherheitshalber vor Ort war, hatte nichts zu tun. „Es gab strittige Diskussionen wegen des Umgangs mit Flüchtlingen“, sagte Frieder Farbach von „Friedensregion Bodensee“. Der Umgang sei von beiden Seiten aber gut und fair gewesen. „Unser Ziel ist es ja, Dialoge zu führen, sonst gibt es keinen Frieden.“ Rainer Rothfuß, ehemaliger Lindauer OB-Kandidat und seit kurzem AfD-Mitglied, habe sogar auf der Liste für den Beitritt Deutschlands zum EU-Atomwaffenverbot unterschrieben.

Rothfuß war am Infostand der AfD, um den Lindauern zu erklären, warum er jüngst von der CSU zur AfD gewechselt ist. „Ich möchte nicht, dass das ein Geheimnis ist“, sagte er. So seien einige Leute extra seinetwegen zum Infostand gekommen. „Ich bin deswegen zur AfD gekommen, weil hier meine kritische Position akzeptiert wird“, sagte Rothfuß. Gegen 15 Uhr räumten sowohl die Friedensaktivisten als auch die AfD-Mitglieder ihre Infostände wieder weg.

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