Zum Biken zu kalt

Lesedauer: 6 Min
Die Lindauer Mountainbiker haben ein schwieriges Wochenende hinter sich. In Deutschland kämpften sie mit den Temperaturen, in It
Die Lindauer Mountainbiker haben ein schwieriges Wochenende hinter sich. In Deutschland kämpften sie mit den Temperaturen, in Italien machte die fehlende Beschilderung Probleme. (Foto: PR)
Lindauer Zeitung

Sie haben es immerhin versucht: Trotz widrigster Wetterprognosen haben sich am vergangenen Samstag acht Teammitglieder des Lindauer Rennstalls Tomotion Racing der sportlichen Herausforderung gestellt und sind beim Marathon von Bike the Rock in Heubach an den Start gegangen. Bei Dauerregen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt kamen nur fünf von ihnen ins Ziel – die Teilnehmer der Langstrecke beendeten nach zwei Runden ihr Rennen wegen Unterkühlung.

Auf der Kurzstrecke holte sich Gabi Scheu den Sieg bei den Ü40-Frauen, Niklas Gathof und Marcel Scheu (beide 15 Jahre alt) fuhren bei den U19-Junioren unter die Top Ten. Am Sonntag sicherte sich Sven Rothfuß beim Marathon von Veringendorf Platz acht der Hauptklasse Herren, David Klaiss wurde 13. Jan Finster hatte sich für die Kurzstrecke entschieden und stand als Zweiter seiner Altersklasse wiederum auf dem Podium.

Stürze und technische Probleme in Heubach

Vereinzelte Sonnenstrahlen begleiteten die Fahrerinnen und Fahrer in Schwarz-Cyan am vergangenen Samstag an den Start des Marathons in Heubach im Ostalbkreis. Doch die Wetteraussichten waren düster und sollten sich wenig später bewahrheiten: Regen setzte ein und die Temperaturen sanken. Der kalte Dauerregen durchnässte die Athleten und kühlte sie bis auf die Knochen aus. Zudem verwandelte er die schöne, trailreiche Strecke, die im kommenden Jahr Austragungsort der deutschen Meisterschaft im Mountainbike Cross Country sein wird, in eine Schlammpiste, die für zahlreiche Defekte und Stürze sorgte. Die Bedingungen verschlechterten sich von Runde zu Runde, so dass von den Startern der Langstrecke mit 90 Kilometern und 2400 Höhenmetern weniger als die Hälfte das Rennen regulär beendeten.

Die drei Tomotion-Starter auf der Kurzdistanz mit 30 Kilometern und rund 800 Höhenmetern kamen noch vergleichsweise gut durchs Rennen. Niklas Gathof zeigte wieder eine starke Leistung und rollte nach 1:28:38 Stunden auf Rang acht der U19-Kategorie und Gesamt-Zwanzigster von 135 Teilnehmern über die Ziellinie. Mit anderthalb Minuten Rückstand auf seinen Teamkollegen folgte Marcel Scheu, der sich mit Rang neun ebenfalls über eine Top-Ten-Platzierung freuen konnte. Seine Mutter Gabi erkämpfte sich nach 2:09:53 Stunden den Sieg in der Ü40-Damen-Kategorie.

Maurice Perske und sein 29-jähriger Sohn Thore sind Neuzugänge im Team und bestritten in Heubach ihr erstes Rennen im schwarz-cyanfarbenen Trikot. Sie planen, im Juli 2019 als Zweierteam an der Bike Transalp teilzunehmen und blieben deshalb auch in Heubach zusammen. Für die 60 Kilometer und 1600 Höhenmeter der Mittelstrecke kämpften sie sich mehr als vier Stunden lang durch den Schlamm und erreichten am Ende mit Platz 11 (Thore) und Rang 16 (Maurice) gute Mittelfeld-Platzierungen ihrer jeweiligen Alterskategorie. Christian Ludewig, Louis Loschonsky und Marla Krauss, die als Lizenzfahrer für die Langstrecke gemeldet waren, ersparten sich nach fast vier Stunden Regen und Kälte eine dritte Runde und beendeten das Rennen vorzeitig. Trotz der widrigen Verhältnisse war Ludewig von der Streckenführung begeistert: „Die tolle Strecke, gespickt mit schönen Trails, macht diesen Rundkurs wirklich DM-tauglich.“

Mehr als 100 Falschfahrer am Gardasee

Beim Mountainbike-Event in Veringendorf war es am folgenden Tag zwar ebenfalls kalt, den Mountainbikern blieb aber der Niederschlag erspart. Der für die Kurzstrecke gemeldete Jan Finster hatte nach seinem Sieg in Dessau viel Selbstvertrauen im Gepäck. Entsprechend souverän gestaltete er sein Rennen und stand am Ende mit Rang zwei bei den Masters-Herren und einem sechsten Gesamtplatz wieder auf dem Podium. Auf der Marathondistanz über 55 Kilometer und 1100 Höhenmeter schnupperten Sven Rothfuß und David Klaiss erstmalig an der Saison 2019. Rothfuß hatte gegen Ende des Rennens mit schweren Beinen zu kämpfen und konnte sich über Platz acht in der Hauptklasse Herren und den 18. Gesamtrang im 248-köpfigen Starterfeld nicht so recht freuen: „Mir fehlt noch die Rennhärte, muss noch ordentlich Intervalle trainieren.“ David Klaiss hingegen, der in der gleichen Kategorie auf Rang 13 ins Ziel kam, war mit seinem Saisonstart zufrieden: „Die Strecke war gut und trotz Kälte machte das Rennen viel Spaß.“

David Gerstmayer erlebte beim Rocky Mountain Bike Marathon in Riva eine herbe Enttäuschung. Die Ronda Extrema mit geplanten 88 Kilometern und 3900 Höhenmetern war schlecht ausgeschildert, sodass mehr als einhundert Teilnehmer eine falsche Strecke nahmen. „Ein Zeitverlust von ca. 60 min und ein Plus von 500 Höhenmetern sind leider uneinholbar und ab diesem Zeitpunkt war das Rennen auch gelaufen. Schade!“, fasste Gerstmayer frustriert zusammen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen