Wohnungseinbrüche: Lindauer sollen sich beim kleinsten Verdacht melden.

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 Die Polizeischüler Stella Martin und Valentin Lippert verteilen Prospekte am Aeschacher Markt
Die Polizeischüler Stella Martin und Valentin Lippert verteilen Prospekte am Aeschacher Markt (Foto: gbo)
Gabriel Bock

Für mehr Aufmerksamkeit in der dunklen Jahreszeit wirbt die Polizei Lindau. „Einbrecher nutzen die frühe Dunkelheit, um sehen zu können wo niemand da ist und dann unbemerkt an die Häuser zu kommen“, sagt Günther Bartlmäß von der Lindauer Polizeiinspektion. Aufmerksame Zeugen, die beim kleinsten Verdacht die Polizei rufen, seien nötig, damit Einbrecher auf frischer Tat ertappt würden oder die Einbrüche sogar verhindert werden könnten. Deshalb geht die Polizei jetzt auf die Bürger zu und bittet um Wachsamkeit.

Die Polizeischüler Stella Martin und Valentin Lippert sind eigentlich in Königsbrunn bei Augsburg stationiert. An diesem Mittwoch unterstützen sie aber ihre Lindauer Kollegen. Die zwei stehen am Kreisverkehr am Aeschacher Markt und sprechen Passanten gezielt an. Sie bitten die Bürger darum, gerade jetzt, in der Zeit der frühen Dämmerung aufmerksam zu sein und unbekannte oder verdächtige Personen und Autos schneller der Polizei zu melden.

Bartlmäß sagt: „Solche Aktionen sind sehr wichtig, danach steigen die Anrufe bei uns immer merklich. Wir haben hier gar nicht die Personalstärke, um solche großen Aktionen durchzuführen, deshalb werden wir von den Kollegen unterstützt.“

Bei den Bürgern kommt die Aktion gut an. Eine Passantin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, sagt: „Bei mir ist vor einigen Jahren eingebrochen worden. Ich hatte keine Alarmanlage, und von den Nachbarn hat keiner war bemerkt. Das war echt der Horror. Jetzt ist alles gut gesichert.“ Ihr sei es lieber die Alarmanlage löse ein paar mal zu oft aus, als dass nochmal jemand einbreche.

Eine andere Bürgerin berichtet: „Einmal habe ich gesehen, wie jemand bei meinen Nachbarn auf den Balkon gestiegen ist und habe die Polizei gerufen.“ Dann habe sich herausgestellt, dass das nur der Neffe gewesen sei, der seinen Schlüssel vergessen hatte. Trotzdem sollte man in solchen Fällen immer die Polizei rufen. Die Polizeischüler meinen: „Wer auf Balkone klettert ist verdächtig. Wenn sich dann alles als harmlos herausstellt rücken wir lieber einmal zu oft an.“

Nur wenige gehen schnell weiter, wenn die Polizeischüler auf sie zu gehen. Die meisten freuen sich, dass sich die Polizei um das Thema kümmert. Lippert sagt: „Wir sind bewusst morgens hier, da erreicht man viele alte Menschen. Die werden mit oft alten Häusern häufiger Opfer von Einbruchsdiebstählen.“ Außerdem könne er die dann gleich für den sogenannten Enkeltrick sensibilisieren.

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