„Wir sind das widerständige Bayern“

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 Die Linke präsentiert sich den Bürgern vor dem Lindauer Rathaus: Xaver Merk, Kreisvorsitzender Allgäu, Kevin Caprano aus Weiler
Die Linke präsentiert sich den Bürgern vor dem Lindauer Rathaus: Xaver Merk, Kreisvorsitzender Allgäu, Kevin Caprano aus Weiler-Simmerberg, Stimmkreiskandidat für den Bezirkstag, Eva Bulling-Schröter, bayerische Spitzenkandidatin zur Landtagswahl, Michael Schlotter aus Fischen, Stimmkreiskandidat für den Landtag, und Lina Lausberg aus Lindau, Listenkandidatin für den Landtag, (von links). (Foto: isa)

Die Linke hat sich am Samstag den Lindauern vor dem Rathaus als eine Partei präsentiert, die für soziale Gerechtigkeit und den Frieden steht. Kräftig unterstützt wurden die jungen Kandidaten aus Lindau und dem Allgäu, die in den Landtag als auch in den Bezirkstag einziehen wollen, von der bayerischen Spitzenkandidatin Eva Bulling-Schröter, einer erfahrenen Politikerin, deren politische Heimat seit jeher die Linken sind.

Der rote Sonnenschirm bringt ein wenig Farbe auf den Rathausplatz, der an diesem Samstagvormittag in ein trübes Grau gehüllt ist. Auf den Pflastersteinen liegt ein Banner. „Pflegenotstand stoppen! Die Linke. Landesverband Bayern“, ist darauf in großen Lettern zu lesen. „Wir sammeln Unterschriften für das Volksbegehren gegen den Pflegenotstand. Wir kämpfen für 15 000 zusätzliche Pflegestellen in den bayerischen Kliniken. Dazu gehört auch die Aufwertung des Pflegeberufs“, wirbt Eva Bulling-Schröter und stellt sich als die Spitzenkandidatin der bayerischen Linken für die Landtagswahl vor. Dabei vergisst sie nicht zu betonen, dass sie selbst nur der eine Teil der Doppelspitze ist. Der andere Teil ist ihr Kollege Ates Gürpinar. „Wir halten das Pflegethema für dringend wichtig, denn das ist etwas, das irgendwann mal alle betrifft.“

Auch Kreisvorsitzender Xaver Merk aus Senden, der vor gut zehn Jahren Die Linke in Bayern mitbegründet hat, hilft kräftig mit und organisiert für die jungen Kandidaten den Wahlkampf. Nach der Wahl will er das Feld den Jungen überlassen. Schließlich seien sie die Zukunft, sagt er. Derweil verteilen die jungen Kandidaten Kevin Caprano, Lina Lausberg und Michael Schlotter das rote Wahlprogramm an interessierte Passanten. „Mehr für die Mehrheit“, lautet der Slogan, der die Schwerpunkte der Partei zusammenfasst und für soziale Gerechtigkeit und Frieden steht.

„Bayern ist nicht der Vorhof zum Paradies, wie Seehofer immer sagt. In Bayern gibt es mehr Arme als Reiche. Weniger als hundert Milliardäre und Multimillionäre besitzen weit über die Hälfte des gesamten Reichtums in Bayern. Deshalb wollen wir mehr für die Mehrheit“, erklärt die Spitzenkandidatin, die mit Unterbrechung jahrelang Mitglied des Deutschen Bundestages war, einen Aspekt des Slogans. Das bedeute etwa „mehr Rente statt Altersarmut“. Oder „mehr bezahlbaren Wohnraum“. Themen, die für die 62-jährige Ingolstädterin und gelernte Betriebsschlosserin der „Sprengstoff der Zukunft“ sind. Auch ganz wichtig ist für sie das Thema Bildung. „Bildung muss kostenlos sein. Vom Kindergarten bis zur Rente“, sagt sie.

Derweil sieht sich Xaver Merk von einem Passanten mit dem Vorwurf, dass Die Linke die Nachfolgepartei der PDS und damit wiederum die Nachfolge von der SED, also der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland, angetreten habe, konfrontiert. „Wir stehen nicht in der Tradition der SED. Wir haben eine neue Tradition in Bayern“, versichert sie und Michael Schlotter fügt hinzu: „Die meisten SEDler sind jetzt bei der CDU.“ Dann erklärt die Spitzenkandidatin, dass Die Linke für eine Bevölkerung, frei von Herrschaft, Ausbeutung und Unterdrückung stehe. „Es ist die CDU, die das neue Polizeiaufgabengesetz will. Wir sind gegen eine Verbindung zwischen Polizei und Geheimdiensten. Und es sind nicht wir, die die Menschen überwachen wollen. Das ist die CDU.“ Dagegen sieht sich Die Linke in Bayern als das „widerständige Bayern“. Und in der Tradition der Linken. „Viele von uns waren früher bei den Studentenprotesten dabei oder in Wackersdorf“, untermauert Bulling-Schröter das Gesagte.

So gesehen verwundert es kaum, dass es nicht nur die soziale Themen sind, die Die Linke auf dem Programm hat. Auch die ökologischen oder friedenspolitischen sind dabei. Wie etwa „mehr Schutz für die Umwelt“ oder „mehr Frieden“ und damit zusammenhängend der Stopp der Rüstungsexporte.

Einen Blick in Richtung Tierschutz und zwar in Form des Besuchs des Lindauer Tierheims haben die fünf Politiker am Nachmittag getan. Und mit ihrem Besuch beim Freundeskreis Riedberger Horn in Waltenhofen noch einen zweiten in Richtung Natur.

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