Winzer-Festival „Komm und See“ startet am Freitag

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Susi Donner

Das zweitägige Winzer-Festival „Komm und See“ zählt zu den schönsten Festen am Bodensee. Zwölf Weingüter vom bayerischen Bodensee laden am Freitag, 5., und Samstag, 6. Juli, zum Genuss ein. Jeder Winzer bereitet rund um seine vielfältigen Seewein-Spezialitäten ein individuelles Fest mit Live-Musik und kulinarischen Verführungen. Direkt auf den Weingütern, zwischen den Weinstöcken oder direkt am See dürfen die Besucher feiern.

Eine wichtige Botschaft gleich zuerst: Die Weingüter sind wie immer mit einem Shuttleservice verbunden. In diesem Jahr sind mehr Busse im Einsatz, und es gibt vier Haltestellen in Nonnenhorn, Schönau, Hattnau und Degelstein, die direkt angefahren werden, sowie einen kleinen Rundkurs. „Das bedeutet, dass die Besucher von jedem Standort aus in rund 15 Minuten den nächsten gewünschten erreichen“, erklärt Claudius Haug. Auf seinem Weingut in Schönau schenkt er zum „Komm und See“ vor allem Rosé- und Weißweine aus 2018 in die Gläser. „Sie haben eine nie dagewesene Bandbreite von spritzig und fruchtig, wie wir es von den Seeweinen gewohnt sind, bis hin zu außergewöhnlich aromatischen, richtig fetten und intensiven Weinen mit viel Alkoholgehalt. Der Jahrgang hat uns wirklich Spaß gemacht, weil die Grundvoraussetzungen denkbar gut waren.“

Außerdem präsentieren Janine und Claudius Haug gemeinsam mit Cousine Teresa Deufel ihr Projekt „Rosalinde“. Einen frischen und fröhlichen Rosé, der so recht in den Sommer passt. Teresa Deufel, die in Sachen Qualität ihrem Cousin zustimmt, hat passend dazu noch die „Sprudeldicke Dirn“ aus der Magnumflasche im Programm. Insgesamt bieten die verwandten Bioweingüter Deufel, Haug und Lanz (in Nonnenhorn) Müller-Thurgau, Spätburgunder, aber auch Rebsorten wie Muscaris, Solaris, Souvignier Gris, Pinotin, Cabertin, die nicht nur exotisch klingen, sondern unkonventionelle, aromatische und vielversprechende Weine hervorgebracht haben.

Richard Brög vom Weinbau Brög in Schönau, beschreibt Weintrinken so: „Rotwein macht zärtlich, Weißwein macht hemmungslos und Rosé macht hemmungslos zärtlich. Das ist die ungefähre Richtung, die der Weinliebhaber kennen muss. Das Schöne ist, wir können ihm das alles bieten und hoffen, dass unseren Gästen unser Wein ebenso viel Freude bereitet wie uns.“ Zum Jahrgang 2018 sagt er: „Ich unterschreibe für zwanzig Jahre im Voraus, dass ich so einen Wein wieder will. Seine Aromatik und seine Qualität können kaum noch besser werden.“

Auch Erika Hornstein vom Weingut Peter Hornstein schwärmt von der Qualität des 2018ers. „Wir präsentieren zudem etwas Neues: Eine Scheurebe, die wir 2018 zum ersten Mal geerntet haben – eine trockene Spätlese.“ Ansonsten drehe sich bei ihrem „Komm und See“ alles um den Riesling. Der 2015er, der im Holzfass gereift ist, wurde kürzlich mit dem Meininger Riesling Preis ausgezeichnet. „Wir wollen unseren Gästen zeigen, dass am See im doppelten Wortsinn ausgezeichnete Weine angebaut werden.“ Dazu gebe es Riesling-Suppe und Riesling-Weincreme als Dessert.

Josef Gierer vom Winzerhof Gierer sagt: „2018 war ein außergewöhnliches Jahr – das zeigt uns auch der Wein. Er hat eine extreme Dichte, Struktur und Körper, ist sehr sortentypisch. Außerdem haben wir Winzer vom Bayerischen Bodensee gelernt, mit diesen extrem heißen Jahren umzugehen, die sich mehren werden. Wir entscheiden, wie lange wir die Traube am Stock lassen, wie wir die Säurestruktur ausbauen und vieles mehr. Denn wir wollen neben kräftigen Weinen auch die filigranen, fruchtigen ausbauen, für die der Bodensee berühmt ist.“ Die Spätlesen und die Rotweine profitieren am meisten von den heißen Jahren.

„Essen, Trinken, Fröhlichsein ...“, heißt es auf dem Weingut Schmidt hoch über Hattnau, wo es zum eleganten Rosé oder zum filigranen Weißburgunder Mediterranes aus der Pinotküche und den legendären Schwenkbraten gibt. Das Weingut Fürst feiert das „Komm und See“ seit zehn Jahren mit Familie Hung vom „Vietnam House“ und bietet am Samstag Kellereiführungen auf Anfrage an und eine Essigverkostung mit der Bodensee-Essig-Manufaktur Zapf.

Das Weingut Rebhof in Nonnenhorn feiert „Happy birthday – 50 Jahre Müller-Thurgau“ mit Schubidu und viel Musik. Das Weingut Hornstein am See lädt zum Feiern direkt an den See und zwischen die Weinstöcke ein, wo die Besucher zum Wein und chilliger Musik Fisch und Eis genießen dürfen. Im Weingut Reinhard Marte gibt es Wein mit Livebands zu Leckerem aus der Rädleküche. Bei Hendriks Weine in Nonnenhorn gibt es zu den vom jungen Winzer Clemes Hendrik an- und ausgebauten Weinen viel Musik und Omas Braten.

Was vielleicht auch noch ganz interessant ist: beim „Komm und See“ gibt es ein Gewinnspiel. Wer alle zwölf Weingüter besucht hat, nimmt an einer Verlosung teil und kann unter anderem einen Zeppelinflug für zwei Personen gewinnen. Hört sich einfach an? Ist es nicht. Denn es ist eine echte Herausforderung, die gebotene Vielfalt der Seeweine, die kulinarischen Köstlichkeiten, Musik, Kunst, Kultur und Informationen direkt aus dem Winzermund in zwei Festivaltagen zu schaffen.

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