Wie sieht ein Kinderland aus?

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Viertklässler der Mittagsbetreuung der Grundschule Lindau Insel überlegen und philosophieren im Rahmen ihres Demokratieprojekts
Viertklässler der Mittagsbetreuung der Grundschule Lindau Insel überlegen und philosophieren im Rahmen ihres Demokratieprojekts darüber, wie sie sich ein Kinderland vorstellen. (Foto: Kinderschutzbund)
Lindauer Zeitung

Gefördert durch das Projekt „Openion. Bildung für eine starke Demokratie“, eine Initiative der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, bilden der Kinderschutzbund Lindau und die Mittagsbetreuung der Grundschule Lindau Insel einen von 14 Projektverbünden in Bayern. Schülern bereits im Alter ab neun Jahren selbstwirksam ein Sprachrohr anzubieten und Demokratie mit eigenen Ideen erlebbar zu machen ist dabei einzigartig im Freistaat bei Openion. Das schreibt der Kinderschutzbund Lindau in einer Mitteilung.

Die zweite Besonderheit: Die erwachsenen Verantwortlichen für das Projekt, Karin Eigler und Ramona Krause, sind nur begleitende Coaches für die Kinder mit ihrem professionellen Know-how für alles, was die Kinder einbringen. Als Drittes lässt sich hervorheben, dass bewusst verschiedene Arten der Kommunikation und Medien im Entstehungsprozess qualitativ genutzt werden. Mit der philosophischen Frage, wie ein Kinderland in der Vorstellung der Kinder aussieht, beschäftigen sich somit seit Oktober 2018 Dritt- und Viertklässler. Ihre Gedanken und Ideen dazu haben sie in Form eines Brettspieles in einem bekannten Spieleformat inhaltlich sowie kreativ gestaltet – von der Spielfigur über Spielkarten, die Brettmotive sowie das Zubehör.

Neben Vielem, was Kindern Spaß beim Spielen bereitet und ihrer Fantasiewelt sowie ihrem Erlebnisbedürfnis entspringt, haben die Mädchen und Jungen sich vor allem auch mit Werten wie Zeit haben, Ehrlichkeit, Familie, Freundschaft, Frieden aber auch Geld, Arbeit oder Robotern als Lehrer auseinandergesetzt. Für ein gelingendes Miteinander und Teilhaben haben die Kinder im Besonderen festgestellt, was Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft bedeutet sowie ihre eigenen Rechte erfahren – und all ihre Überlegungen zu diesen Themen dürfen bald gespielt werden, heißt es in der Mitteilung weiter.

Als nächste Schritte werden die Spielregeln formuliert und der Feinschliff in der Spielproduktion gemacht bevor das Entwicklerkinderteam als Spielleiter und Wertebotschafter der gesamten Schule ihr Demokratiespiel präsentiert. Weitere Aufträge erhält dann die Schulfamilie ebenfalls von den Kindern selbst mit dem Ziel, das Demokratieprojekt und das entstandene Spiel „Kinderland“ in den Unterricht fächerübergreifend und nachhaltig zu integrieren.

„Weil wir Demokratiebildung und Partizipation bei Kindern nachhaltig über das Projekt hinaus etablieren wollen haben wir auch in unserer vom Kinderschutzbund Lindau mit der Stadt Lindau sowie der Gemeinde Wasserburg angebotenen Ferienbetreuung bereits im Sommer und Herbst 2018 den Grundgedanken spielerisch eingebaut – durch einen Straßenmaltag mit Kreide zum Thema ,Unsere Kinderstadt’ sowie mit einem von Kindern ebenfalls selbst gestalteten Kinderrechte-Memoryspiel“, sagt Karin Eigler und Ramona Krause ergänzt: „Gerne können sich Schulen aller Arten und Altersstufen sowie auch Kindergärten bei uns melden. Wir kommen gerne in die Einrichtungen und bieten den Kindern ein eigenes Projekt an. Unser Ziel ist es, so viele Menschen zu erreichen wie möglich, die unsere Zukunft sind und sie fördern, diese gemeinsam aktiv gestalten zu können. Auch Unternehmen, die Kinder auf diese Art fördern möchten, sind uns als Projektpartner willkommen.“

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