Wie die die Organisatorinnen des Lindauer Schulstreiks mit Kritik umgehen

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 Keona Schroff, Emiliy Schneider und Weda Lanzendorfer haben die Schülerdemo für besseren Klimaschutz in Lindau organisiert.
Keona Schroff, Emiliy Schneider und Weda Lanzendorfer haben die Schülerdemo für besseren Klimaschutz in Lindau organisiert. (Foto: dik)
Crossmedia Volontär

Emiliy Schneider, Keona Schroff und Weda Lanzendorfer haben den Schülerstreik für den Klimaschutz organisiert. Der Lindauer Zeitung haben die 13 und 14 Jahre alten Schülerinnen erzählt, wie aufwendig das war und warum sie sich oft nicht ernst genommen fühlen.

„Wir wollen zeigen, dass die Klimaproteste selbst in so einem kleinen Kaff wie Lindau stattfinden“, erklärt Weda Lanzendorfer. Es sei wichtig, dass die Proteste nicht nur in Hamburg, Berlin und München stattfinden, sondern in kleinen Städten um zu zeigen, wie viel Unterstützung die Bewegung erfährt. Schließlich müssten die Menschen überall ihr Verhalten ändern.

Motiviert hat sie der Klimaprotest der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg. Schneider meint: Ich fand das eine sehr coole Aktion, bei der ich auch helfen wollte.“ Sie habe daraufhin herumgefragt, ob noch jemand den Streik organisieren wollte. Jetzt sind die Schülerinnen ein Team. Das ist ihnen wichtig. Auch wenn nur Schneider und Schroff offizielle Delegierte der „Fridays for Future“-Bewegung sind. „Das ist nur eine Aufgabe in der Koordination nach außen, Weda hat deswegen nicht weniger organisiert“, sagt Schroff.

Vom Anmelden über die Planung der Route bis hin zur Bewerbung und den Reden bei der Kundgebung haben die drei eine Menge Arbeit hinter sich. Hinzu kommt die Kommunikation nach außen, die viel Zeit verschlingt und oft nicht einfach ist. Ihre Mitstreiter in Friedrichshafen mussten sich gegen Beschuss von Seiten der AfD wehren.

Kritiker im Internet verstecken sich hinter der Anonymität

In der Öffentlichkeit erfahren die Schülerinnen eine Menge Kritik, die oft auch beleidigend ist. Gerade im Internet bezeichnen Nutzer die streikenden Schüler als faul, unreflektiert oder naiv. Andere werfen ihnen vor, sich instrumentalisieren zu lassen. Keona Schroff erzählt, wie sie damit umgeht: „Wir sprechen in der Gruppe darüber und reagieren dann gemeinsam.“ Sie findet es vor allem schade, dass sich viele Nutzer hinter der Anonymität im Internet verstecken. So würden Dinge geäußert, die von Angesicht zu Angesicht niemand sagen würde.

Schüler fühlen sich von Behörden gegängelt

Schwierig sei es außerdem, dass viele Erwachsene sie nicht ernst nehmen würden. Als es um die Besprechung der Demonstration mit Behördenvertretern ging, habe das Landratsamt ihnen eine E-Mail geschickt. In der habe es einen Termin für ein Treffen genannt und dazu eine Rückmeldung gefordert. „Die Mail ging an die falsche Adresse, weshalb wir uns nicht melden konnten“, erzählt Schneider. Die Behörden hätten den Termin trotzdem abgehalten und sie dann später über die Ergebnisse informiert. Schneider: „Ich glaube nicht, dass die sich sowas bei einem Erwachsenen getraut hätten.“

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