Werner Berschneider gibt Tipps zum Glücklichsein

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 Werner Berschneider erklärt fast 100 Interessierten in der Inselhalle, wie sie ihre Ressourcen als Kraftquellen aktivieren könn
Werner Berschneider erklärt fast 100 Interessierten in der Inselhalle, wie sie ihre Ressourcen als Kraftquellen aktivieren können. (Foto: isa)

Für ein gelingendes Leben braucht der Mensch Kraftquellen. Davon hat er zwar jede Menge, doch zum einen sind sie ihm oft genug gar nicht bewusst, und zum anderen verschwinden sie ausgerechnet immer dann, wenn er sie am dringendsten bräuchte. Wie sich diese Ressourcen erkennen und vor allem aktivieren lassen, das hat Werner Berschneider in seinem Vortrag „Ressourcen aktivieren – das eigene Leben entfalten. Was uns stark macht im Beruf und im Privatleben“ fast hundert Interessierten in der Inselhalle erklärt. Die Einnahmen des auf Spendenbasis liegenden Eintritts kommen dem Cavazzen zugute.

Wie kann Leben gelingen? Durch die Entfaltung von Ressourcen, lautete Werner Berschneiders Antwort, die das Gründungsmitglied des Cavazzen-Fördervereins, Coach für Führungskräfte und Autor von Fachbüchern, in seinem Vortrag aufzeigte. Denn Ressourcen sind Kraftquellen. Und über solche Kraftquellen verfügt jeder. Meist sogar über weitaus mehr, als ihm bewusst sind, davon ist Berschneider überzeugt.

Dabei unterscheidet er zwischen den materiellen Ressourcen, wie etwa Geld, Zeit, Wohnung oder Versicherungen und den immateriellen Ressourcen, die wiederum miteinander verknüpft sind. Und davon gibt es viele. Angefangen bei der Gesundheit, über Charaktereigenschaften wie Mut, Dinge anzupacken, oder Intelligenz.

Während die kognitiven Ressourcen alles seien, was wir an Wissen und Kenntnissen haben, gehöre zu den emotionalen Ressourcen das Selbstwertgefühl und die emotionale Stabilität. „Regelmäßig sinnorientiert zu handeln, stabilisiert das Selbstwertgefühl“, sagte Berschneider. Darüber hinaus gibt es auch noch die geistigen Ressourcen. Etwa die Selbstmotivation, die jeder hat, die Selbstachtung, die es sich zu erhalten gilt, die Sinnerfahrungen, abgeleitet vom sinnvollen Handeln, die Haltung, und, für Berschneider extrem wichtig, die Dankbarkeit. Statt auf die negativen Dinge des Tages zurück zu schauen, empfiehlt er, sich am Ende eines jeden Tages zu überlegen, was Freude gemacht habe und was gelungen sei.

Auch die Fähigkeit zur Gemeinschaft, Bindung und Liebe sind für Berschneider Ressourcen. „Wir haben eine unglaubliche Summe an Ressourcen. Nur ist es uns nicht bewusst“, fasste der Referent zusammen und machte klar: „Für ein gelingendes Leben brauchen wir diese Kraftquellen und sie sollten uns bewusst sein.“ Denn Situationen, in denen der Mensch aus ihnen Kraft schöpfen muss, gibt es zu genüge im Leben. „Der Knackpunkt ist: Immer wenn wir die Ressourcen am dringendsten brauchen, sind die am schwersten zugänglich.“

Für solche Fälle riet Berschneider zu einer eigentlich ganz einfachen Methodik. Nämlich sich zu fragen, wann im Leben es einem richtig gut gegangen sei. Und warum. „Was sind meine Geschichten des Gelingens. Wie habe ich schwierige Situationen gemeistert? Was tut mir heute richtig gut? Was schenkt mir Lebensfreude im Alltag?“ Und zu jenen Ressourcen wiederum, die in Vergessenheit geraten sind, lässt sich am besten durch „bewusstes Erinnern mit allen Sinnen“ gelangen. Etwa wie bei ihm selbst, den der Duft einer bestimmten Sonnencreme auf die Höhen eines Gletschers katapultiert. Solche schöne Erinnerungen gelte es „auszugraben“, unter Umständen mit Hilfe anderer.

Bei jedem gibt es positive Dinge im Leben

Gleichzeitig ließen sich auch neue Ressourcen schaffen. Indem Talente und Fertigkeiten entwickelt, Offenheit kultiviert, Beziehungen gepflegt und Reflexionsfähigkeit ausgebaut würde. Um dieses Methodik zu veranschaulichen, berichtete Berschneider von einer Frau, die das Leben gebeutelt hatte und deren Therapeut ihr riet, sich jeden Morgen eine Handvoll Linsen in die linke Jackentasche zu stecken. Bei jeder kleinsten Freundlichkeit, die ihr entgegengebracht wurde, immer, wenn ihr etwas gelungen war, sollte sie eine Linse in die andere Tasche legen. Am Abend dann sollte sie die rechte Tasche leeren und erkennen: „Auch wenn die Schatten über Dir sind, gibt es viele positiven Dinge in deinem Leben.“ Grundsätzlich gelte es sowieso, so war sich Berschneider sicher, den positiven Dingen im Leben mehr Raum zu geben, als den negativen. Denn, so sagte er: „Was wir beachten, wächst und was wir Aufmerksamkeit entziehen, schrumpft.“

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