Wegen Corona ist dieses Jahr beim Abi in Lindau alles anders

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 Die Lindauer Abiturprüfungen sind vorerst auf Ende Mai verschoben.
Die Lindauer Abiturprüfungen sind vorerst auf Ende Mai verschoben. (Foto: Archiv VHG)
Jessica Bautz

Die Corona-Krise fällt mitten in die Abiturphase an Lindaus Gymnasien. Die Prüfungen beginnen in ganz Bayern nun voraussichtlich nicht am 30. April, sondern am 20. Mai. In einem sind sich die Schüler der Q12 einig: Sie schreiben ihr Abitur zum Glück nicht direkt nach den Osterferien. Die Schulschließungen an sich können sie nachvollziehen.

„Da muss man jetzt eben drastische Maßnahmen ergreifen.“ Johannes Weißenborn vom Bodensee-Gymnasium findet es sinnvoll, dass die Schulen geschlossen sind und die Abiturprüfungen erst im Mai stattfinden. Der Schülersprecher hat verstanden, dass dies „jetzt wichtig ist, damit die Fallzahlen nicht zu schnell nach oben steigen.“

Generell sind sich die Abiturienten einig: Es sei nur fair, dass die Prüfungen erst Ende Mai stattfinden. So hätten sie noch genug Zeit, davor in einen normalen Schulalltag überzugehen. „Wir hätten kurz nach Schulbeginn schon Abitur geschrieben, aber so haben wir die Chance, uns mit unseren Lehrern vorzubereiten“, sagt Maximilian Burgey, Schüler am Bodensee-Gymnasium. Auch am Valentin-Heider-Gymnasium sind Abiturienten seiner Meinung: „Ich finde es persönlich sehr gut, das hätte überhaupt nicht funktioniert, wenn wir direkt nach dieser Isolationsphase Abi geschrieben hätten“, sagt Malte Lange. Carla Hanser ist allerdings frustriert: „Man hat sich jetzt die ganze Zeit drauf eingestellt, dass die Prüfungen stattfinden und dass man es dann hinter sich hat.“ Und die Stufensprecherin weiß, dass man sich nicht mal sicher sein könne, dass es dann im Mai soweit ist. „Es kann ja wieder verschoben werden“. Tatsächlich schließt das Kultusministerium je nach Entwicklung weitere Veränderungen im Ablauf der Abiturprüfungen nicht aus.

Um ihren Schülern den Schulstoff weiterhin zu vermitteln, vergeben Lehrer Arbeitsaufträge und sind in virtuellen Chats sowie per Email erreichbar. Am Freitag gab es für Schüler des Bodensee-Gymnasiums eine erste Testbesprechung mit der App „Microsoft Teams“. „Es gibt anfangs natürlich immer ein paar Schwierigkeiten, dass sich jeder zurechtfindet, aber letztendlich hat es ganz gut geklappt“, berichtet Kristina Facius. Sie freut sich über das Angebot. „Man merkt schon sehr, dass die Lehrer bestmöglich versuchen, die Situation hinzunehmen und das Beste daraus machen.“

„In Deutsch haben wir das ganze Grundgerüst und können Zuhause gut üben“, berichtet Carla Hanser. „In manchen Fächern wie Mathe ist es aber ein Nachteil.“

Da haben es die Schüler des Bodensee-Gymnasiums besser. Für das Fach Mathematik gibt es für sie einen Live-Stream auf Youtube. „Diese Mathe Videos sind eine super Möglichkeit, um aufs Abi zu lernen“, sagt Maximilian Burgey. Lob dafür kommt auch von Johannes Weißenborn, Kristina Facius und anderen Klassenkameraden. Schüler des Valentin-Heider-Gymnasiums lernen nicht mit dieser Art Lernvideos. Ihre Lehrer stellen Unterrichtsmaterialien in einer sogenannten „VHG-Cloud“ bereit. Darin können Schüler per Chat Fragen an ihre Lehrer stellen. „Dort bekommen wir unsere Arbeitsaufträge, die wir fertig machen und unseren Lehrern zuschicken“, erklärt Carla Hanser. Das Programm sei aber oft überlastet.

Auch darin sind sich die Schüler einig: Das Online-Angebot der Schulen ist gut und sie nutzen es auch. Die persönliche Betreuung der Lehrer würden sie aber gerade kurz vor dem Abitur natürlich bevorzugen.

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