Vorarlberg-Museum zeigt Werke von Angelika Kauffmann

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Das Bild „Flora“ aus dem Jahr 1790.
Das Bild „Flora“ aus dem Jahr 1790. (Foto: markus tretter)
Lindauer Zeitung

Das Bregenzer Vorarlberg-Museum zeigt vom 15. Juni bis 6. Oktober die Ausstellung „Angelika Kauffmann. Unbekannte Schätze aus Vorarlberger Privatsammlungen“.

Vieles von dem, was in der Ausstellung in Bregenz zu sehen ist, wird selbst Kauffmann-Kennern unbekannt sein, schreibt das Museum. Denn manche Vorarlberger Privatsammler zeigen erstmals ihre Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken der berühmten Künstlerin. Zudem ist es Kuratorin Bettina Baumgärtel gelungen, verschollen geglaubte Werke aufzuspüren, heißt es weiter. Hochkarätige Leihgaben aus öffentlichen Sammlungen wie dem Victoria and Albert Museum in London ergänzen die Schau.

Angelika Kauffmann (1741 bis 1807) war laut Vorarlberg-Museum bereits zu Lebzeiten ein Mythos, ihre Kunst gilt als wegweisend für den Klassizismus. Nach Dessau-Wörlitz 2018 ist die Ausstellung ab Mitte Juni im Vorarlberg museum und im Angelika-Kauffmann-Museum in Schwarzenberg zu sehen.

Von Johann Gottfried Herder als „vielleicht die kultivierteste Frau in Europa“ gerühmt, zählt Angelika Kauffmann zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Sie gilt als die erste Künstlerin von europäischem Rang. In jungen Jahren als Wunderkind gefeiert, wagte sie nach ihrer Ausbildungsreise durch Italien den Sprung nach London, wo sie sich einen lukrativen Kreis von Auftraggebern für ihre Historien- und Bildnismalerei aufbaute. Protegiert vom englischen Hof setzte sich Kauffmann bald in der britischen Kunstszene als innovative Historienmalerin und gefragte Porträtistin durch. Ab 1782 eröffnete sie eines der bestbesuchten Ateliers ihrer Zeit in Rom. Angehörige der Hocharistokratie und des Adels, aber auch Bürgerliche und Geistliche überhäuften sie mit Aufträgen.

Rund 160 Ölgemälde, Zeichnungen, eigenhändige Radierungen und Nachstiche sowie Bildnisbüsten, Briefe und Lebensdokumente aus dem Nachlass bilden in der Ausstellung einen Querschnitt durch das umfangreiche Schaffen der Künstlerin. Der Großteil der ausgestellten Exponate stammt aus Vorarlberger Privatsammlungen. Einige der Vorarlberger Sammler sind als Nachfahren der Künstlerin in den Besitz einzelner Werke gelangt – ihr Nachlass wurde 1830 aus Rom nach Vorarlberg gebracht. Andere erwarben aus Interesse an der Kunst und Geschichte ihres Landes Werke von Angelika Kauffmann auf dem regionalen und internationalen Kunstmarkt. Das Hauptmotiv der Ausstellung, die schöne Flora aus dem Jahr 1790, ist in einer dieser Sammlungen zu finden, aber auch neu entdeckte Entwürfe zu Goethes Drama Egmont.

Die Ausstellung in Bregenz und Schwarzenberg ist in Kooperation mit der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz in Sachsen-Anhalt und dem Angelika Kauffmann Research Project (AKRP) entstanden.

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