Veranstalter hoffen auf das Schweizer System

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Freuen sich auf eine tolle Laufveranstaltung (von links): Yvonne van Vlerken, Sandra Urach, Patrik Wägeli und Rennleiter Günter
Freuen sich auf eine tolle Laufveranstaltung (von links): Yvonne van Vlerken, Sandra Urach, Patrik Wägeli und Rennleiter Günter Ernst. (Foto: Dedeleit)
Jochen Dedeleit

Keine Frage, die beiden hatten bei der Abschlusspressekonferenz für den 13. Sparkasse-Drei-Länder-Marathon am Sonntag (Start um 10.30 Uhr) ihren Spaß. Sandra Urach und Yvonne van Vlerken sind aber auch zwei Athletinnen, die sich vor 42,195 Kilometern nicht zu fürchten brauchen. Erstgenannte lief heuer schon zwei Mal 50 Kilometer, und die in Vorarlberg lebende niederländische Duathletin und Triathletin van Vlerken war schon Weltmeisterin auf der Duathlon-Langdistanz, ist mehrfache Ironman-Siegerin und zweifache ETU-Europameisterin auf der Triathlon-Langdistanz. Der Dritte im Bunde, der sich in der Inselhalle den Medienvertretern stellte, war der Schweizer Patrik Wägeli, von dessen Start sich die Veranstalter um Organisationschef Robert Küng im Rahmen der Schweizer Marathon-Meisterschaften nicht nur auf dem sportlichen Sektor einiges erwarten.

9000 Läufer am Start

Bei der größten Breitensportveranstaltung der Bodenseeregion werden an diesem Wochenende erneut rund 9000 Teilnehmer aus 53 Nationen erwartet, wobei es auch auf die Witterung ankommen wird, ob heute (10.30 Uhr) die 2300 Kids zu den Läufen in Bregenz antreten werden. Dass sich diejenigen Läufer, die aus den USA, China oder Australien anreisen, nicht von ein paar dunklen Wolken und einstelligen Temperaturwerten abschrecken lassen, scheint klar zu sein. Auf der Startliste stehen etwa Tzu Ping Chang von den Taiwan Runners, Jon Friorik Einarsson (Hlanpahopurinn Skokki/Island), Wilhelm Leuze (Prarrie Inn Harriers/Kanada) oder Kevin Walsh aus Somerville/Massachusetts. Aber eben auch Sandra Urach und Yvonne van Vlerken. Auf der Starterliste nur wenige Zentimeter entfernt, hofft die Niederländerin auch im Ziel nicht allzu weit von der Vorjahressiegerin weg zu sein.

„Es ist auch für mich eine interessante Ausgangslage“, meint Rennleiter Günter Ernst zum Duell der beiden Frauen. „Ich hoffe, dass ich sie etwas im Blick behalte“, so van Vlerken, die ihren zweiten reinen Marathon bestreitet und die 42 Kilometer sonst im Rahmen eines Ironman etwas langsamer angeht. In ihrer Heimat gewann die Wahlvorarlbergerin vor drei Wochen die Langdistanz-EM und kommt direkt aus Lanzarote an den Bodensee. Von 45 Ironman-Wettbewerben gewann sie 16 und will sich in Zukunft kürzeren Distanzen widmen.

Sandra Urach holte mit Österreichs Team Anfang September bei der 50-Kilometer-WM Bronze und wurde im Einzel Achte. „Als der Anruf vom ÖLV kam, ob ich zur Verfügung stehen würde, habe ich mir erst Bedenkzeit erbeten. Das haben sie nicht so recht verstanden, doch ich will schließlich meinen Heim-Marathon laufen. Aber ich denke, die 50 Kilometer sind aus den Knochen und ich kann sogar meine Bestzeit angreifen“, sagt die Läuferin aus dem Bregenzerwald, die ihre Bestzeit von 2:45.20 Stunden unterbieten will.

Patrik Wägeli ist klarer Favorit

Patrik Wägeli reicht es, auf den 42,195 Kilometern von Lindau über St. Margrethen nach Bregenz der schnellste Mann zu sein. Die Schweizer Titelkämpfe sollten für den 28-Jährigen mangels Konkurrenz kein Problem darstellen, der Sieg beim Drei-Länder-Marathon könnte durchaus auch gelingen – hängt allerdings auch von der Leistung des Deutschen Andreas Straßner und des Kenianer Issac Kosgei-Toroitich ab, die die Strecke (Streckenrekord: 2.11:18) bestens kennen. Und dann wäre da noch das Olympialimit (2.11:30) für Tokio 2020. „Da es bei der Qualifikation nicht nur auf die Zeit ankommt, sondern es auch Punkte für den Sieg gibt, habe ich mich für einen Start hier auf der schnellen Strecke entschieden“, so Wägeli.

Rennleiter Günter Ernst sagt:. „Der Fokus liegt nun auf den Schweizer Meisterschaften. Der Mehrwert ist höher, als wenn ich eine 2.16 in Berlin laufe, wo ich mit dieser Zeit sicher nicht gewinnen kann.“ Der Feldkircher weiß: Funktioniert das System, ist die Außenwirkung groß und es kommen in Zukunft viel mehr Spitzenläufer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die aktuell knapp 1400 gemeldeten Teilnehmer des Marathons bedeuten ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und auch die 5000 Teilnehmern beim Halb- und Viertelmarathon bedeuten ein Plus von immerhin fünf Prozent.

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