Unwissenheit schützt nicht vor Strafe: Fahrgemeinschaft unter Schleuserverdacht

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Symbolbild (Foto: Archiv: Bundespolizei)
Lindauer Zeitung

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Das haben eine 30-jährige Rumänin und ein iranisches Ehepaar, die gemeinsam nach Lindau unterwegs waren, nun zu spüren bekommen. Was als harmlose Fahrgemeinschaft begann, endete mit einer Anzeige wegen des Verdachtes des Einschleusens von Ausländern beziehungsweise der unerlaubten Einreise und des unerlaubten Aufenthaltes. Das teilt die Bundespolizei Kempten mit.

Am Dienstagabend kontrollierten Zollbeamte auf der A 96 drei Insassen eines Autos mit tschechischer Zulassung. Da die zwei Mitfahrer keine gültigen Dokumente für die Einreise nach Deutschland besaßen, übernahm die Lindauer Bundespolizei daraufhin die weitere Bearbeitung des Falls. Die ersten Ermittlungen kamen laut Polizei zu folgendem Ergebnis: Die 30-jährige Rumänin, die in Italien arbeitet, hatte ihre Fahrt aus der Lombardei nach München auf einer Mitfahrplattform im Internet angeboten. Das iranische Ehepaar, welches in Italien studiert, nahm das Angebot für 50 Euro an, um einen Verwandten zu besuchen. Die beiden Studenten hatten gültige Reisepässe dabei, jedoch waren ihre italienischen Aufenthaltstitel abgelaufen. Die vorgelegten Verlängerungsanträge legitimierten entgegen ihrer Annahme jedoch nicht die Einreise nach Deutschland. Den geplanten Kurzbesuch konnten die beiden Iraner den Beamten aber nachprüfbar belegen.

Trotzdem hatte ihr Verhalten Konsequenzen: Die Bundespolizisten zeigte die Fahrgemeinschaft aufgrund des Verdachtes des Einschleusens von Ausländern beziehungsweise der unerlaubten Einreise und des unerlaubten Aufenthaltes an. Alle Beteiligten konnten nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen werden. Das iranische Pärchen erhielt eine befristete Ausreiseaufforderung.

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