Tuishi pamoja: Kinderchor Oberreitnau zeigt ein gefühlvolles Kindermusical im Liberatushaus

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 Können Giraffen- und Zebra-Kinder zusammenleben? Das vom Kinderchor Oberreitnau aufgeführte Musical „Tuishi Pamoja“ zeigt: Ja,
Können Giraffen- und Zebra-Kinder zusammenleben? Das vom Kinderchor Oberreitnau aufgeführte Musical „Tuishi Pamoja“ zeigt: Ja, es geht, wenn man Vorurteile beiseite schiebt. (Foto: Susi Donner)
Susi Donner

Tuishi pamoja (sprich tuischi pamodscha) ist Swahili und bedeutet: „Wir wollen zusammen leben.“ Was es damit auf sich hat, haben die Buben und Mädchen des Kinderchors Oberreitnau in drei Aufführungen im Liberatushaus sehr gefühlvoll gezeigt.

Es ist eine nachdenklich machende Geschichte über Vorurteile, Freundschaft und Toleranz, die die Kinder des Kinderchors unter Leitung von Vanessa Schick einstudiert haben – eingepackt in freche, temporeiche und toll vorgetragene Lieder, gepaart mit schauspielerischen Talenten, passenden Kostümen, einem schönen Bühnenbild und ausdrucksstarker Choreographie.

Sie sorgen für eine kurzweilige und rundum gelungene Aufführung, die sich vor allem die Familien der jungen Schauspieler und Schul- und Kindergartenkinder aus Oberreitnau gern angeschaut haben. Die Musik dazu steckt voller afrikanisch-fröhlicher Rhythmen, die einerseits live gespielt von der Spielleiterin vom E-Piano kommen und andererseits von Julius Klemisch an der Trommel.

Auf der Bühne geht es wild zu – nicht nur wegen der vielen wilden Tiere die darüber springen und galoppieren. Da sind auf der einen Seite die langhalsigen Giraffen und auf der anderen Seite die gestreiften Zebras. Ihre Herden leben seit Jahren nebeneinander, aber sie reden nicht miteinander. Das Giraffenkind Raffi (Marie Scheck) interessiert sich für die Zebras, aber Raffis Mama schimpft mit ihr: „Bleib weg von denen. Jeder weiß doch, dass Tiere mit Streifen blöd sind“, sagt sie.

„Giraffen sind die besten, und alle, die anders sind, akzeptieren wir nicht.“ Das kleine Zebra Zea (Hugo Kremler), hat dieselben Probleme. Immer wenn es neugierig zu den Giraffen schaut, pfeift seine Mama ihn zurück, weil „man mit langhalsigen Tieren sowieso nicht vernünftig reden kann. Nur Zebrastreifen sind das Wahre, was gibt es Schöneres auf dieser Welt?“

Raffi und Zea sind sich nicht ganz sicher, ob das alles stimmt, dürfen aber nicht zu den jeweils anderen Tieren rüber gehen, weil das nun man so sei. Zum Glück sind da drei pfiffige Erdmännchen Moja, Mbili und Tatu (Emma Kaeß, Alina-Rubi Stockrahm und Zoe Herrmann), die so viel Sturheit nicht einfach so stehen lassen können. Ein wilder Angriff der Löwen wirbelt alles durcheinander, was ausnahmsweise mal was Gutes bewirkt.

Die Erdmännchen können gar nicht verstehen, warum die beiden Tierkinder nicht miteinander reden dürfen. Die Worte der Erdmännchen, die sie zu Zusammenhalt und Überspringen der selbst auferlegten Grenzen ermutigen, machen den beiden Tierkindern dann doch klar, dass man zusammen viel besser dran ist als alleine. Die Kinder haben das verstanden, die erwachsenen Tiere müssen nun auch überzeugt werden – so lautet nun der Auftrag der Erdmännchen.

Dies ist nicht ganz einfach, denn Erwachsene können aufgrund ihrer Vorurteile doch ganz schön stur sein. Am Ende gelingt es aber doch, und Zea und Raffi sind überglücklich, dass sie nun zu ihren Herden zurück und trotzdem Freunde bleiben können. Am Ende bedankt sich Vanessa Schick bei allen, die geholfen haben, die wunderschöne Aufführung so erfolgreich zu machen: den Mamas und Papas. Dem Liberatushaus. Und nicht zuletzt den Kindern, die fünf Monate jede Woche zuverlässig geprobt haben. Besonders Raffi, Zea und die Erdmännchen hatten viel Text zu lernen und einige Sololieder, die sie wunderschön vorgetragen haben.

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