Treffen der Generationen – Bodenseebusse laden zum VW-Bus-Treffen

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Drei Spielarten einer riesigen Vielfalt und drei Generationen: T1, T3-Syncro mit Allradantrieb und ein getunter T4. Auf dem Plat (Foto: Lydia Schäfer)
Schwäbische Zeitung
Lydia Schäfer

Treffen der Generationen – das ist nicht der Titel des „Raumschiff Enterprise“-Films, sondern die sehenswerte und beinahe museale Geschichte, die sich am Wochenende auf dem Gitzenweiler Hof in Lindau abspielte. Hauptdarsteller waren Bullis und VW-Busse. Zum vierten Mal organisierten die VW-Bus-Freunde Friedrichshafen ein Wochenende auf dem Campingplatz und ihrem Ruf folgten 178 Busse aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ein Bulli darf sich dann so nennen, wenn er den Motor hinten hat, sagt man. Diese wurden von 1950 bis 1992 gebaut und haben die Typenbezeichnungen T1, T2 und T 3. Dass sie einen Heckmotor besitzen, erkennt schon der Laie an der flachen Front. Danach folgten die T4 und T5 Busse, hier sitzt der Motor vorn und die Schnauze fällt schräg nach vorne ab. Der Generationenwechsel vollzog sich bei den VW-Bussen nach 40 Jahren und rund sieben Millionen gebauter Bullis. Vertreten waren an diesem Wochenende alle Typen, mit den unterschiedlichsten Ausbauten – ob als Nutzfahrzeug oder Campingbus. Gemeinsam teilten die Teilnehmer ihre Liebe zu ihren fahrbaren Untersätzen.

So wie Frank Kämpfe aus Ravensburg, der mit seinem T2 vor Ort war. Dieser Bau-Typ löste 1967 die T1 Baureihe ab. Der Ravensburger hat ihn zum Campingbus ausgebaut, um mit seiner Familie Urlaub zu machen. Dabei hat er darauf geachtet, die typischen Merkmale der alten Baureihe zu erhalten. Das schließt auch die Lackfarbe ein: Orange und weiß, einige Pril-Blümchen kleben im Seitenfenster.

Die meisten Bullis sind nicht nur im Original erhalten, sondern oft auch originell gestaltet und im Innenausbau den Bedürfnissen der Fahrer angepasst. Imo Knaupp aus Eriskirch lässt gerne Drachen steigen. Im Innern seines Busses hat er sich extra einen Behälter für seien Seidenstoffflugdrachen gebaut. Beides ist Marke Eigenbau und die Form eines seiner selbstgebauten Drachen entspricht der seines Busses.

Andere haben fließend Warmwasser an Bord oder auch gerne mal eine Außendusche. Jeder Bus sieht anders aus. Es scheint, dass die Liebe zum Selberbasteln ein gemeinsames Merkmal der Bullifahrer ist. Das schließt auch „Zubehörteile“ mit ein. Jean-Pierre Kiasumbwa und Susanne Schulz aus Konstanz haben aus einer alten Waschmaschinetrommel und einem Grillaufsatz eine dekorative und vor allen Dingen funktionierende Grillstelle gebaut.

Und dann ist da noch Nicole Schneider, die von der Handytasche bis zum Kissen, von der Fußmatte bis zur Kosmetiktasche alles näht, was ein Bulli-Motiv tragen kann. Eine solche Kosmetiktasche eignet sich gar für Badesachen, wie die kleine Mia Peters, Töchterchen des Mitveranstalters und Betreiber der Käfer- und Bullischeune Hilzingen, Helmut Peters, bemerkt: „Klar da packen wir dann unsere Bikinis und Handtücher rein.“

Abends treffen sich die Bullifreunde am Lagerfeuer. In diesem Jahr verlosen die Organisatoren neben zwei Karten für das Bullitreffen am kommenden Wochenende am Schwarzsee in der Schweiz , jede Menge nützliche Kleinigkeiten.

Mit viel Liebe zum Detail und vor allem einer Menge Arbeit haben die VW-Bus-Freunde Friedrichshafen das Treffen vorbereitet. Einige Neulinge sind gekommen, haben die Bulli-Luft geschnuppert und als eines der letzten Geräusche vor dem Einschlafen die Schiebetüren der Busse gehört, wenn sie sich schließen. Wenn auch kein Bus dieses Treffens aussieht wie der andere, die Türen hören sich beinahe alle gleich an.

Wer selbst einen VW-Bus fährt , kann sich bei www.vwbus-fn.de umschauen. Bilder von dem Treffen gibt es unter www.schwaebische.de .

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