Tiefen und Höhen

 Postkarte von Lindau mit Steg und Schranne von ca. 1890.
Postkarte von Lindau mit Steg und Schranne von ca. 1890. (Foto: Eisenbahn- und Schiffahrtsmuseum Lindau)
Externer Leser-Inhalt

Die hier veröffentlichten Artikel wurden von Vereinen und Veranstaltern, Kirchengemeinden und Initiativen, Schulen und Kindergärten verfasst. Die Artikel wurden von unserer Redaktion geprüft und freigegeben. Für die Richtigkeit aller Angaben übernimmt schwäbische.de keine Gewähr.

Nach zweimaliger Verschiebung konnte der Verein endlich seine Mitgliederversammlung 2020 abhalten. Unter Einhaltung der 2-G-Regel waren 20 Mitglieder und zwei Gäste anwesend. Aufgrund des großen Saales, den uns das Hotel Bayerischer Hof dankenswerterweise wieder umsonst zur Verfügung stellte, war ein problemloser Ablauf der Veranstaltung möglich. Der Rückblick auf die Vereinsaktivitäten 2019-2021 zeigte Tiefen und Höhen. Aus Vereinssicht enttäuschend sind der amputationsartige Rückbau des Inselbahnhofs und die im städtebaulichen Rahmenplan vorgesehene vollständige Überbauung der nicht mehr benötigten Bahnflächen. Damit einher geht der Verlust historischer Verkehrsstrukturen und von Bauwerken aus der Zeit des ersten Bahnhofs. Die Mitte des 19. Jahrhunderts gebaute und seinerzeit wegweisende kombinierte Verkehrsanlage Bahnhof-Seehafen, die entscheidend war für die Entwicklung der Handelsstadt Lindau und für die Identität der Inselstadt, wird spurlos aus dem Weichbild der Stadt getilgt. Auch die Gartenschau 2021 war für den Verein mehr als enttäuschend. Trotz mehrfachen Bemühens war es mit der Gartenschaugesellschaft nicht möglich, die Geschichte des Ausstellungsortes am ehemaligen Bahnbetriebswerk authentisch zu zeigen. Auf der „Habenseite“ stehen die vom Verein ausgerichteten

Ausstellungen zur Trajektschifffahrt 2019 (zusammen mit Kulturamt Lindau) sowie zur Luitpold-Kaserne im Sommer 2021. Auf letzterer konnten erstmals auch einige Zeitzeugenfilme gezeigt werden, die im Rahmen des bislang aufwändigsten Vereinsprojekts erstellt wurden. Insgesamt 21 Personen, darunter ehemalige Lokführer, Bahnhofsvorsteher, Schiffskapitäne und InsulanerInnen, erzählten uns ihre Erlebnisse, Wahrnehmungen und Erinnerungen aus der Lindauer Verkehrs- und Stadtgeschichte des letzten Jahrhunderts.

Mit professioneller Unterstützung wurde rund 30 Stunden archivfähiges Filmmaterial erstellt, aus denen bislang 15 vorführfähige Filme entstanden. Die knapp 15.000 Euro Projektkosten wurden mittels Spenden, aus Vereinsmitteln sowie mit Hilfe des Heimattages und des Historischen Vereins finanziert. Zum Ausklang der Mitgliederversammlung wurden mehrere Filme gezeigt. Der Verein hofft, die Filme 2022 einem breiteren Publikum zeigen zu können.

Weitere Informationen auf www.verkehrsmuseum-lindau.de.

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Persönliche Vorschläge für Sie