Teuren Folgeschäden zuvorkommen

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Die Sanierungsarbeiten an Schloss Achberg haben begonnen, das Gerüst erreicht schon die Madonna überm Eingang.
Die Sanierungsarbeiten an Schloss Achberg haben begonnen, das Gerüst erreicht schon die Madonna überm Eingang. (Foto: Christel Voith)
Helmut Voith

Die Eröffnung der Ausstellung „Bella Figura“ auf Schloss Achberg war auch Anlass, die Gäste aktuell über die Sanierungsarbeiten zu informieren, die in dieser Woche anlaufen.

Bis November sollen die Arbeiten auf Schloss Achberg dauern, der Eingang ist schon eingerüstet, bald wird sich das Gerüst an allen vier Seiten des auf einem Bergsporn stehenden Schlosses bis auf Traufhöhe hochziehen. Eine Sanierung nach 25 Jahren sei keineswegs zu früh, erklärt Michael C. Maurer vom Kulturbetrieb des Landkreises Ravensburg, denn so könnten teure Folgeschäden vermieden werden und das Schloss präsentiert sich 2020, wenn es den 25. Geburtstag seiner Kulturarbeit feiert, in neuer Schönheit.

Drei Punkte liegen im Fokus: die Sanierung der Fassade an sich, die Holz- und die Sandsteinelemente. Während die umgebenden hohen Bäume einen gewissen Schutz vor Stürmen böten, sei der Niederschlag längst nicht mehr so harmlos wie vor der Industrialisierung. So müssten im Putz Schäden durch Schimmelbefall, Risse und entstandene Hohlräume beseitigt werden. Bei den Holzelementen richtet sich das besondere Augenmerk auf Fensterstürze, Fensterläden und Fensterbänke. Prüfend schauten Arbeiter hinauf und überlegten, wie man die Fensterläden am besten abnehme – von außen oder auch von innen. Zu den Natursteinelementen, die überprüft und auch gereinigt werden müssen, zählen auch das Wappen und die Madonna in der Nische über dem Eingang.

Der Landkreis Ravensburg rechnet mit Kosten von 570000 Euro. Die Schäden seien im Vorfeld genau erfasst worden, doch seien bei solchen Arbeiten Überraschungen nie ausgeschlossen. Das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hätten schon ihre Unterstützung zugesagt.

Vor dem Beginn der Arbeiten hat man aus Versicherungsgründen das Ende der Ausstellung „Ost:Nordost“ mit Kunst der DDR von 1945 bis 1990 abgewartet, ebenso das bis zum 4. August laufende Kunst-Camp für Jugendliche, die um das ganze Schloss herum tätig waren. Damit war es schwierig, für das enge Zeitfenster bis November Angebote der nötigen Gewerke zu bekommen. „Wir sehen’s positiv“, sagt Maurer, „wir hoffen auf einen milden Herbst.“

Trotz der Außenarbeiten kann im Schloss eine „kleine, aber feine“ Ausstellung laufen mit ausgewählten Werken aus der Kunstsammlung der OEW, des Hauptsponsors. Einige Räume müssen abgeteilt werden oder leer bleiben, auch Hochzeiten hat man für die Dauer der Sanierungsarbeiten keine angenommen, dafür kann die Ausstellung bei freiem Eintritt besucht werden. Vielleicht auch eine Chance, dass Besucher ins Schloss finden, die sonst nicht zur Kunstausstellung kommen. Am Tag des offenen Denkmals, am 8. September, besteht die Möglichkeit, rechtzeitige Anmeldung und Schwindelfreiheit vorausgesetzt, die Baustelle mit leitenden Architekten zu besuchen.

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