Talente von Kindern erkennen und fördern

Lindauer Zeitung

„Viele Erwachsene meinen, Kinder seien wie ein weißes Blatt, das erst gefüllt oder gar gefaltet werden müsste. Dabei bringen Babys bereits ganz viel mit, wenn sie auf die Welt kommen“, sagt Chris Wilhelm von der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) Lindau. Vor allem sind Kinder eines von Natur aus: neugierig, wissbegierig und lernwillig. Der Experte gibt in einer Mitteilung drei Tipps, wie Eltern die Talente bei Kindern erkennen und fördern können.

„Den Kindern den Raum zu geben, die Welt zu erforschen, das ist vielleicht die große Kunst beim Thema Fördern“, sagt Chris Wilhelm. Eltern sollten genau beobachten, was das Kind kann und was es braucht. „Dann kann auch manchmal das Weglassen die richtige Förderung sein. Nämlich, wenn ich spüre, dass ich die Hand des Kindes loslassen muss, damit es laufen kann.“ Hier sind drei Tipps der KJF Erziehungsberaterin zum Thema „Talente bei Kindern erkennen und fördern“:

In gutem Kontakt sein: Die erste und beste Förderung für jedes Kind ist, wenn die Eltern es aufmerksam beobachten. Das eine Kind bewegt sich total gerne, ist motorisch fit, klettert, balanciert, springt und hüpft. Ein anderes hört von klein auf sehr aufmerksam hin, wenn es Musik hört, wippt oder tanzt vielleicht mit. Genau in diesen Bereichen können Eltern ihren Kindern dann mehr Anregungen bieten.

Anregungen bieten: Haben Eltern herausgefunden, für was sich ihr Kind begeistert, können sie ihrem Nachwuchs in diesem Bereich gezielt mehr Anregungen anbieten. Ist ein Kind beispielsweise sehr am Malen interessiert, kann man ihm mehr oder verschiedene Stifte und Farben sowie unterschiedliche Papiere oder auch eine gute Zeichen-App auf dem Tablet anbieten. Weitere Ideen wären, einen Bildband aus der Bücherei auszuleihen oder eine Ausstellung zu besuchen. Wenn sich das Kind gerne bewegt und draußen ist, ist die Mitgliedschaft im Sportverein wohl geeigneter als ein Kurs in der Musikschule.

Flexibel bleiben: Laut Chris Wilhelm gehört es zu einer gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen dazu, dass sie sich auch in verschiedenen Bereichen ausprobieren dürfen und dann sollten die Eltern auch nicht nur aus Prinzip darauf bestehen, dass die Mitgliedschaft in einem Verein jahrelang fortbestehen muss. Natürlich muss zu Beginn mit dem Nachwuchs besprochen werden, wie groß die Motivation ist und auch eventuell mit den Vereinen besprochen werden, ob zunächst eine zum Beispiel dreimonatige Probe-Mitgliedschaft möglich ist.

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Persönliche Vorschläge für Sie