Sven Stark folgt auf Leo Wiedemann

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 Der neu gewählte Lindauer SPD-Kreisvorstand (vordere bis hintere Reihe, jeweils von links): Vorsitzender Sven Stark, stv. Vorsi
Der neu gewählte Lindauer SPD-Kreisvorstand (vordere bis hintere Reihe, jeweils von links): Vorsitzender Sven Stark, stv. Vorsitzender Christian Maurus, stv. Vorsitzender Gerd Ilg, Kassier Hans Rädler, Schriftführer Roland Sommer, Beisitzerin Dagmar Nölte und Beisitzer Leo Wiedemann zusammen mit dem SPD-Unterbezirksvorsitzenden Markus Kubatschka (ganz hinten Mitte). Nicht auf dem Bild: Beisitzer Herbert Wellenberger. (Foto: Ulrich Stock)
Ulrich Stock

Alle zwei Jahre kommen die Delegierten des SPD-Kreisverbandes Lindau zusammen, um einen neuen Vorstand zu wählen. Schon im Vorfeld der Versammlung am Mittwochabend im Lindauer Gasthof Köchlin zeichnete sich an der Spitze ein Generationswechsel ab, da der langjährige Kreisvorsitzende Leo Wiedemann aus Lindenberg sein Amt aus Altersgründen nicht mehr ausüben wollte und als Nachfolger ein jüngerer Genosse gefunden werden konnte. Er heißt Sven Stark, ist 45 Jahre alt, lebt seit sieben Jahren in Wasserburg, arbeitet als Ingenieur bei IFM Electronic in Tettnang und ist erst seit Beginn dieses Jahres Mitglied bei der SPD.

Dass der Neue im Kreisverband mehr als nur willkommen ist, zeigte sich bei den Wahlen zum Vorstand: Die fast vollzählig erschienenen Delegierten, nämlich 16 von insgesamt 17, sprachen sich einstimmig für Stark als neuen Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes Lindau aus. „Mir ist vor allem der soziale Gedanke sehr wichtig, denn dieses Thema wird immer weiter zurückgedrängt“, betonte der neue Kreisvorsitzende in einer kurzen persönlichen Vorstellung. Darüber hinaus gelte es, einen „starken Gegenpol gegenüber Rechts“ zu schaffen. Er habe sich gerne für den Vorsitz zur Verfügung gestellte, so Stark weiter, denn er sei davon „überzeugt, dass es Menschen braucht, die Verantwortung tragen und Politik lebendig machen“.

Auf Kommunalwahl vorbereiten

Schon bei der Begrüßung der Kreisdelegierten machte der Unterbezirksvorsitzende der SPD Allgäu-Bodensee Markus Kubatschka klar, dass man sich mit einer gut aufgestellten Kreis-SPD auf die Kommunalwahlen am 15. März 2020 vorbereiten wolle. Zurzeit laufe die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für den Lindauer Kreistag. Die Nominierung soll, wie der neue und alte stellvertretende Kreisvorsitzende Gerd Ilg ergänzte, Ende November stattfinden, damit noch genügend Zeit bis zum Fristende für die Einreichung der Kreisverbandsliste (23. Januar 2020) bleibt. Die Kasse für den SPD-Wahlkampf im Landkreis scheint gut gefüllt. Denn laut Kassier Hans Rädler betrug der Kassenstand des Kreisverbands zum Jahreswechsel fast 23 400 Euro. Keinesfalls aber dürfe sich bei der kommenden Kreistagswahl wiederholen, was beim letzten Mal vor sechs Jahren durch das Nichtantreten von Lindaus Oberbürgermeister Gerhard Ecker (SPD) passiert ist – nämlich der Verlust der Ausschuss-Sitze im Lindauer Kreistag, so Rädler. Denn zuvor hatte Helmut Böller in seinem Bericht der Kreistagsfraktion darauf hingewiesen, dass man nach der Kreistagswahl 2012 von neun auf acht Sitze zurückgefallen sei und dadurch den Anspruch auf zwei wichtige, nämlich „beschließende“ Ausschüsse verloren habe.

Verabschiedung im Hutmuseum

Am Ende der Delegiertenversammlung bedankte sich Gerhard Ilg beim scheidenden SPD-Kreisvorsitzenden Leo Wiedemann für die geleistete Arbeit, aber auch dafür, dass er sich immer wieder bereiterklärt habe, den Vorsitz der Kreis-SPD zu übernehmen. Anders als ursprünglich geplant, werde die SPD ihren langjährigen Kreisvorsitzenden nicht in dieser Versammlung verabschieden, sondern in einem „größeren und würdigeren Rahmen“, nämlich der diesjährigen Sozialistenhut-Verleihung am 2. November im Lindenberger Hutmuseum. Ilg wörtlich: „Lieber Leo, dort werden wir dich gebührend ehren!“

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