Sturm und Drang

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 Amandyne Beyer wird von der Fachwelt zu den besten barocken Geigerinnen unserer Zeit gezählt.
Amandyne Beyer wird von der Fachwelt zu den besten barocken Geigerinnen unserer Zeit gezählt. (Foto: Oscar Vazquez)
Schwäbische Zeitung

Das 2006 von Amandyne Beyer gegründete Ensemble „Gli incogniti“ verdankt seinen Namen der Accademia degli Incogniti, die zu den aktivsten und liberalsten Kunst- und Wissenschaftskreisen des 17. Jahrhunderts in Venedig zählte. Aus dieser Zeit, so die Pressemitteilung des Theaters Lindau, erbte die Gruppe den Geist, die Lust am Unbekannten in all seinen Formen durch das Experimentieren mit Klängen, die Erforschung des Repertoires, aber auch die Wiederentdeckung großer „Klassiker“ und unbekannter Stücke.

Nach Lindau bringen sie am Montag, 18. November, um 19.30 Uhr in der Kirche St. Stephan, einen Teil ihres Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Programms mit, das sie wenige Tage danach für ihr 14. Album aufnehmen werden. Der zu Lebzeiten weit bekanntere Bach-Sohn verkörpere wie kaum ein anderer die Musik des „Sturm und Drang“, einen von schnell wechselnden Stimmungen und Dynamiken geprägten Stil unter dem Bogen großer Virtuosität, heißt es in der Vorschau weiter. Außerdem zu hören sind eine spannende Sinfonia des Mannheimer Komponisten Franz Xaver Richter – zeitgenössischen Quellen zufolge sogar von Mozart bewunderter Meister – und ein Violinkonzert Joseph Haydns, das die nach Einschätzung vieler Experten zu den besten barocken Geigerinnen unserer Zeit gehörende Amandyne Beyer auf ihrer historischen Violine darbringen wird.

„Gli Incogniti spielen ungemein lebendig und sind überraschend vielseitig. Ihren Namen – zu Deutsch: ‚Die Unbekannten‘ – haben die Musiker mittlerweile längst Lügen gestraft“, schrieb die Fachzeitschrift Musikzen 2015, und: „Ihre Darbietungen entführen den Hörer von seinen markierten Wegen, regen seine Phantasie an, klammern sich an seine Träume und schaffen ein freudiges Glücksgefühl.“

Besetzung: Gli Incogniti; Violine und Leitung: Amandyne Beyer; Violine: Alba Roca, Helena Zemanova, Flavio Losco, Katia Viel, Vadym Makarenko; Viola: Ottavia Rausa, Marta Páramo; Violoncello: Rebeca Ferri, Marco Ceccato Kontrabass / Violone: Baldomero Barciela Cembalo: Anna Fontana;

Programm: Franz Xaver Richter: Sinfonie Nr. 1, B-Dur aus “Six grandes Symphonies”; Carl Philipp Emanuel Bach: Sinfonie e-Moll H. 652; Sinfonie Nr. 6 A-Dur H. 660; Konzert für Violoncello a-Moll H. 432; Sinfonie Nr. 2 B-Dur H. 658 Joseph Haydn: Violinkonzert G-Dur Hob. VIIa: 4

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