Starbulls und Peiting sind für Lindau zu stark

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 Die Rosenheimer Spieler jubeln über ihren Erfolg in Lindau, die Islanders (vorne, von links: David Zabolotny, Martin Wenter, Do
Die Rosenheimer Spieler jubeln über ihren Erfolg in Lindau, die Islanders (vorne, von links: David Zabolotny, Martin Wenter, Dominik Ochmann) sind bedient. (Foto: Reiner Roither)
Sportredakteur

Mit dem vergangenen Spielwochenende in der Eishockey-Oberliga Süd ist die erste Hälfte der Meisterrunde schon wieder vorbei. Für die beiden Konkurrenten im Kampf um Play-off-Platz acht, die EV Lindau Islanders und den Höchstadter EC, hat sich in der Tabelle nichts Neues getan. Beide hatten je zweimal das Nachsehen. Die Lindauer unterlagen am Freitagabend mit 1:3 (0:1, 1:0, 0:2) und am Sonntag mit 1:4 (0:0, 0:2, 1:2) zu Hause gegen Rosenheim.

Nachdem es für die Starbulls zum Auftakt der Meisterrunde alles andere als rund lief, reisten sie mit der Empfehlung von drei Siegen – zuletzt am Freitagabend beim 8:4-Heimerfolg über Sonthofen – an. Beide Mannschaften gingen vor 733 Zuschauern in der Lindauer Eissportarena von Beginn an hohes Tempo und suchten ohne Schnörkel den Weg zum gegnerischen Tor. Kein richtig druckvolles Powerplay konnten die Islanders aufziehen, nachdem Starbulls-Verteidiger Nikolaus Meier wegen Behinderung die Strafbank drücken musste (3.). Als sich Manuel Neumann, der aufseiten der Rosenheimer sehr zu gefallen wusste, gleich drei Lindauer Spieler vernarrte, blieb er hängen. Die Scheibe lag frei für Daniel Bucheli, der am sehr gut aufgelegten EVL-Goalie David Zabolotny scheiterte (12.).

Es folgte eine mehrminütige Sturm- und Drangphase der Hausherren, welche die Oberbayern mit Glück und einem starken Lukas Steinhauer meisterten. Matteo Miller (13.) aus spitzem Winkel scheiterte ebenso am Starbulls-Torhüter wie kurz darauf der völlig freistehende Andreas Farny aus zentraler Position. Und Jan Hammerbauer verpasste einen diagonalen Pass von Simon Klingler in aussichtsreicher Position nur um Haaresbreite (15.). Auf der anderen Seite traf Neumann eine Minute später per Rückhandschuss die Querlatte des Gehäuses von Zabolotny.

Ähnliches Bild nach Wiederbeginn, wobei die Gäste einen Tick fokussierter aus der Kabine zurückkehrten und die Schlagzahl aufgrund ihrer vier aufgebotenen Sturmreihen nochmals zu erhöhen wussten. Gefährlich kreuzte Neumann vor dem Lindauer Kasten auf, sein Schlagschuss war allerdings eine sichere Beute des Lindauer Goalies (21.). Ein Doppelschlag bescherte den Starbulls schließlich erstmals Zählbares – und brachte sie damit vorentscheidend nach vorne. Zunächst war es der weitaufgerückte Maximilian Vollmayer, der nach einem missglückten Schussversuch den Rückpass von Dusan Frosch aufnahm und einnetzte (32.). Nicht einmal 32 Sekunden waren vorüber, da klingelte es schon wieder im Kasten des Lindauer Goalies. Der Puck kam vor Zabolotny, im Gewühle schon Daniel Bucheli zum 2:0 ein.

Ein heißer Tanz schien sich zu Beginn des Schlussdrittels abzuzeichnen. Zunächst konnte Christian Schmidt für die Islanders auf 1:2 verkürzen, nachdem Fabian Zick im eigenen Drittel stürzte und der EVL-Stürmer freie Bahn hatte (42.). Doch mitten in der freudetrunkenen Durchsage des Hallenmoderators stellte Rosenheim den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Gleich nach dem Bully kam die Scheibe über Robin Slanina und Matthias Bergmann zu Christoph Echtler, der zum 3:1 für die Starbulls traf. Nach dem 4:1 durch Alexander Höller war die Messe für die Oberbayern gelesen.

Zumindest an einem Punkt schnuppern konnten die Islanders bei ihrem ersten Auftritt des vergangenen Wochenendes, den sie in Peiting hinlegten. Mit vier teils deftigen Niederlagen (0:5, 0:4, 2:6, 1:8) während der Oberliga-Hauptrunde ist gegen die Mannschaft des ECP-Trainers Sebastian Buchwieser bislang überhaupt kein Kraut gewachsen gewesen. Das war am Freitagabend, beim fünften Aufeinandertreffen in der laufenden Saison, anders. 600 Zuschauer sahen ein Spiel auf Augenhöhe, in welchem die Hausherren durch ihren Topscorer Milan Kostourek zwar mit 1:0 vorlegten (11.).

Allerdings zeigten sich die Gäste vom Bodensee wenig beeindruckt und schlugen im Mitteldrittel zurück. Während des vierten EVL-Überzahlspiels des Abends netzte Simon Klingler zum 1:1 (31.) ein. Nachdem Ty Morris den ECP erneut nach vorne brachte (45.), setzte Chris Stanley gegen Ende alles auf eine Karte und nahm Michael Böhm, der den Vorzug vor Zabolotny erhielt, zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Die Risikofreude wurde jedoch nicht belohnt: Drei Sekunden vor der Schlusssirene entschied Kostourek mit dem Treffer zum 3:1 die Partie zugunsten des neuen Tabellenführers der Meisterrunde.

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