Baumpfleger Markus Zetzmann spannt das Seil an, das misst, ob diese Roteiche am künftigen Kolpingkreisel stehen bleiben kann od
Baumpfleger Markus Zetzmann spannt das Seil an, das misst, ob diese Roteiche am künftigen Kolpingkreisel stehen bleiben kann oder ob sie weichen muss. Erste Ergebnisse zeigen: Der Baum ist sturmfest. (Foto: Christian Flemming)

Die Mühen um die Roteiche am künftigen Kolpingkreisel haben sich gelohnt. Messergebnisse zeigen: Der Baum darf stehenbleiben. Es geht dabei um einen der ältesten und größten Bäume im Bereich der neuen Unterführungszufahrt, der laut Planfeststellungsverfahren als schützenswert gekennzeichnet worden war und der künftig zwischen Fahrbahn und Geh-/Radweg am Kreisverkehr stehen wird.

Weil der Baum für die Bauarbeiten nicht ausweichen kann, graben die Bagger sehr vorsichtig um ihn herum das Erdreich ab, um ihm den erhöhten Standort zu erhalten, den er künftig einnehmen wird. Aber dieser erhöhte Standort warf die Frage auf, ob die amerikanische Roteiche auch Unwettern standhalten kann. Erste Untersuchungen zeigten, dass das Wurzelwerk nicht sehr breit angelegt ist. Um dies zu testen, wurde die 80 bis 100 Jahre alte Eiche einem Zugtest ausgesetzt. Von zwei Standpunkten aus wurde nacheinander mit bis zu einer Tonne an dem Baum gezogen, um festzustellen, ob und wie er sich unter diesem Stress bewegt oder neigt.

Damit wollen die Verantwortlichen sicherstellen, dass die Roteiche auch einem Orkan widerstehen kann. So rückten am Dienstag die Lindauer Baumpfleger an, brachten mit Hilfe eines Büros vom Starnberger See die Messgeräte an, um schließlich zu ziehen und zu messen. Mittwochfrüh kam bereits der mündliche Bescheid: „Der Baum kann stehenbleiben“, was nichts anderes heißt, dass er jeglichem Zug erfolgreich standhielt und auch von seinem erhöhten Standort keine Gefahr darstellen sollte. Er wird also auch beim Sturm stehenbleiben. So kann sich der bis jetzt rund 24 Meter hohe Amerikaner in Lindau schon darauf freuen, mit seiner Krone ein prägender Baum der künftigen Unterführung mit all ihren Zufahrten zu werden.

Hätte er den Test nicht bestanden, wäre das zwar bautechnisch einfacher geworden, aber es wäre nicht im Sinne der Stadt gewesen, wie Markus Gebauer von den Garten- und Tiefbaubetrieben betont. Denn nicht umsonst sei die Roteiche als schützenswert in das Planfeststellungsverfahren aufgenommen worden.

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