Stadtwerke hoffen am Freitag auf Wolken

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Zuletzt war in Teilen von Deutschland im Januar 2011 zu sehen, wie der Mond einen Großteil der Sonne verdeckt hat.
Zuletzt war in Teilen von Deutschland im Januar 2011 zu sehen, wie der Mond einen Großteil der Sonne verdeckt hat. (Foto: Archiv: dpa/Frank Rumpenhorst)
Lindauer Zeitung
Deutsche Presse-Agentur

Während sich Naturfreunde auf das Schauspiel einer teilweisen Sonnenfinsternis an diesem Freitag freuen, haben die Stromversorger Sorge, dass das Netz zusammenbricht. Laut Pressemitteilung hoffen deshalb auch die Stadtwerke, dass Wolken den Blick auf die Sonne verdecken.

Zwischen 9.30 und 12 Uhr schiebt sich am Freitag der Mond vor die Sonne. Eine totale Sonnenfinsternis wird nur in Grönland, Island, den Färöer-Inseln und auf Spitzbergen zu beobachten sein. Aber dennoch könnte die weltweit größte Sonnenfinsternis seit 1999 dazu führen, dass viele Photovoltaikanlagen in Europa den Dienst verweigern. Das könnte Stromausfälle zur Folge haben, warnen die Stadtwerke unter Verweis auf den Netzbetrieber Tennet.

Denn in der Früh würde die Stromeinspeisung zunächst deutlich sinken und mittags auf einen Schlag drastisch wieder ansteigen. Die Stromversorger haben sich seit Monaten vorbereitet und wollen die Netzschwankungen ausgleichen. Ganz sicher sind sie aber nicht und warnen deshalb vorsorglich. Denn zu den üblichen Notmaßnahmen gehört es auch, Teile des Netzes einfach abzuschalten. Das hätte Stromausfälle in einzelnen Regionen zur Folge.

Auf jeden Fall ist die Sonnenfinsternis ein extremer Test für die Übertragungsnetze. Aus diesem Grund hoffen die Stromversorger, dass am Freitagvormittag so wenige Solaranlagen wie möglich Strom erzeugen, „sprich schlechtes Wetter wäre hilfreich“, heißt es in der Mitteilung.

Die Stadtwerke Lindau versichern, dass zumindest für versorgungswichtige Einrichtungen wie das Seewasserwerk in Nonnenhorn für mindestens 24 Stunden die Stromversorgung über Notstromaggregate abgesichert sei.

Nur mit Schutzbrille in die Sonne schauen

Wer die Sonnenfinsternis am Freitag genießen will, muss sich vorher ausrüsten.

Eine Sonnenbrille oder selbstgebastelte Folien sind reichen nicht aus.

Nur wer sich eine Schutzbrille uulegt, kann zuschauen, wie sich der Mond vor die Sonne schiebt.

Wer von der letzten Sonnenfinsternis noch eine Brille hat, sollte diese besser erneuern, denn es könnten Löcher in der Folie sein. Der Schutzfilter soll laut Augenärzten mindestens eine optische Dichte von 5,0 aufweisen, damit höchstens ein Hunderttausendstel des Sonnenlichtes durchkommt.

Wer auf den Schutz verzichtet, riskiert bleibende Schäden bis zur Erblindung. Und das merken Patienten zunächst nicht einmal, da Verbrennungen des Augenhintergrundes am Anfang nicht weh tun.

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