Stadträte wollen bessere Straßen

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Wie hier in der Zeppelinstraße ist der Zustand vieler Straßen in Lindau nicht gut.
Wie hier in der Zeppelinstraße ist der Zustand vieler Straßen in Lindau nicht gut. (Foto: Archiv Augustin, Dirk)
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Stadträte sind entschlossen, den Zustand der Straßen in Lindau zu verbessern. Das wurde im jüngsten GTL-Werkausschus deutlich. Bis zu den Haushaltsberatungen soll deshalb eine Übersicht vorliegen, welche Straßen besonders dringlich sind. Die GTL sollen außerdem sagen, ob Instandsetzungen reichen oder ob größere Ausbauten nötig sind. Ob die Zeit bis dahin reicht, ist offen.

„Wir haben insgesamt einfach ein überaltertes Straßennetz“, sagte Pius Hummler, Fachbereichsleiter Straßenbau der Garten- und Tiefbaubetriebe, im Werkausschuss. Seit Jahren gebe die Stadt zu wenig Geld für Unterhalt und Instandsetzung aus. Das vermeintliche Sparen führe dazu, dass die GTL mit dem Geld nur die dringendsten Löcher stopfen können, was dazu führt, dass andere Straßen schneller kaputtgehen als normal wäre.

GTL-Chef Kai Kattau machte kein Hehl daraus, dass seiner Meinung nach bei vielen betroffenen Straßen in Lindau es mit reiner Instandsetzung nicht mehr getan ist. Weil inzwischen nicht nur die Beläge, sondern auch Untergrund angegriffen sei, seien Ausbaumaßnahmen nötig.

Aber genau werden die GTL das erst wissen, wenn die Ergebnisse der nächsten Straßenbefahrung vorliegen, die im Frühjahr geplant ist. Daraus will Hummler ein Straßenzustandskataster erstellen, das auf einen Blick zeigen soll, wo der Handlungsbedarf am dringendsten ist. „Es wird wahrscheinlich ganz schlimm für uns alle, wenn wir das sehen. Aber das ist dann eben die Wahrheit“, bereitete Hummler die Räte auf wenig gute Nachrichten vor.

Die Tatsache, dass Planung, Bürgerbeteiligung und Genehmigung etwa zwei Jahre dauern, führen dazu, dass es erst 2020 erste Ausbauprojekte gibt. Am wichtigsten sind laut Hummler die Anheggerstraße zwischen Ludwig-Kick-Straße und Kirchgasse sowie der Binsenweg, der vor allem deshalb wichtig ist, weil die Stadt sich erst hinterher um den Heuriedweg kümmern kann.

GTL tut sich schwer, Aufträge zu vergeben

In der Anheggerstraße soll die Verwaltung auch die Kreuzung zur Ludwig-Kick-Straße neu planen, waren sich Matthias Kaiser (BL) und Roland Freiberg (BU) einig, denn die bisherigen Maßnahmen hätten kaum Besserung gebracht. Kaiser glaubt außerdem, dass ein Vertragspartner der Stadt die Kosten für die Instandsetzung der Streitelsfinger Straße zwischen Motzacher Weg und dem neuen Baugebiet abnehmen muss. Das solle die Verwaltung unbedingt prüfen.Freiberg drängte außerdem darauf, dass der Stadtrat bei guter Haushaltslage im Sommer mehr Geld für die Straßen beschließen soll. Max Strauß (BL) will dann einen Teil des Geldes auch für Radwege, die in kaum besserem Zustand seien. Ob die GTL das dann überhaupt verarbeiten könnten, wollte Freiberg wissen. GTL-Chef Kattau erwiderte, dass es angesichts der Baukonjunktur tatsächlich schwierig sei, Aufträge zu vergeben. Je früher die GTL deshalb über Geld verfügen könnten, desto besser. Deshalb werde manch ein Vorhaben mit Geld aus dem vergangenen Jahr tatsächlich erst heuer erledigt.

Uli Gebhard drängte deshalb darauf, dass die GTL das Straßenzustandskataster unbedingt rechtzeitig vor den Haushaltsberatungen fertigstellen und vorlegen. Denn andernfalls drohe im kommenden Jahr das gleiche Problem, dass zu wenig Geld vorhanden sei. Hummler sagte zu, er werde sich bemühen: „Aber versprechen kann ich das nicht.“

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