Stadt feiert Richtfest für das Museumsdepot

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Oberbürgermeister Gerhard Ecker (rechts) feiert mit Stadträten, Verwaltungsmitarbeitern, Planern und Handwerkern das Richtfest
Oberbürgermeister Gerhard Ecker (rechts) feiert mit Stadträten, Verwaltungsmitarbeitern, Planern und Handwerkern das Richtfest für das neue Depot des Stadtmuseums im Lehmgrubenweg. (Foto: dik)
Redaktionsleiter

Viele gute Nachrichten hatten Lindaus OB Gerhard Ecker und seine Mitarbeiter beim Richtfest für das neue Depot des Stadtmuseums: Der Neubau im Lehmgrubenweg wird wohl nicht teurer als die berechneten knapp 2,6 Millionen Euro. Außerdem werde das Gebäude wie geplant im Herbst fertig.

Auch wenn es kein Dach mit Holzbalken gebe, wolle man das Richtfest feiern, sagte Oberbürgermeister Ecker. „Das ist für uns ein ganz, ganz wichtiger Ereignis.“ Denn erst wenn das Depot im Herbst fertig ist und Lindaus Schätze aus dem Stadtmuseum im Laufe des kommenden Jahres dort eingelagert sind, kann die Sanierung des Cavazzen beginnen.

Weil der Depotneubau zum Cavazzenprojekt gehört, beteiligen sich auch Fördergeber an dem Neubau. Ecker berichtete, dass der Eigenanteil der Stadt nur 400 000 Euro betragen werde – „das ist sehr, sehr günstig“. Dass der Bund fast die Hälfte der Kosten dieses Neubaus trägt, stellt die Stadt stolz auf dem Bauschild heraus: „Hier entsteht gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland, aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages“ der Neubau des Museumsdepots.

Ecker dankte den Mitarbeitern der Stadt, vor allem Hochbauamtsleiter Hilmar Ordelheide, der den Neubau als Architekt geplant hat und als Projektleiter die Arbeiten überwacht. Ecker dankte aber auch den Firmen, vor allem der Firma Dobler, die den Rohbau im zeit- und Kostenplan fertiggestellt hat. Unter den vielen Bauprojekten in Lindau sei das Depot der Bau, der am wenigsten Sorgen bereite.

Ordelheide dankte für das Vertrauen, solch ein Projekt ohne auswärtige Planer stemmen zu dürfen. Er dankte zudem den Firmen, die trotz „brummender Konjunktur sehr auskömmliche Preise“ verlangten und dennoch in „hervorragender Qualität“ bauten und dabei noch alle Termine einhielten. Drei Viertel der Aufträge seien bisher vergeben, so dass Ordelheide nicht mehr mit unliebsamen Überraschungen rechnet.

Manche Schätze müssen erst in einen Quarantäneraum

Der Neubau bietet mit allen Neben- und Technikräumen 970 Quadratmeter Nutzfläche, davon 700 Quadratmeter Magazinfläche. Beraten wurde Lindau vom Schweizer Büro Prevart, das an vielen renommierten Depotbauten in Deutschland beteiligt ist. Joachim Huber von Prevart hat die Lindauer Sammlung genau angeschaut und den Raumbedarf berechnet. Dabei gehen die Fachleute davon aus, dass die Sammlung in den kommenden Jahrzehnten um ein Fünftel wächst. In Absprache mit den Geldgebern darf das Depot deshalb entsprechend groß gebaut werden.

Maßgeschneidert um die nötigen Rollregale herum habe er das Gebäude geplant, sagte Ordelheide im Gespräch mit der Lindauer Zeitung. Zusätzlich gibt es neben WC und Aufzug noch ein kleines Büro, einen größeren Arbeitsraum für Restauratoren und einen Quarantäneraum, in dem zum Beispiel von Schimmel befallene Gegenstände gelagert werden, bis diese gereinigt sind und ihren eigentlichen platz im Depot bekommen.

Wichtig sind die Sicherheitseinrichtungen, die höchsten Schutz vor Einbruch bieten sollen. Ebenso wichtig ist die Klimatisierung, für die aber keine technische Anlage nötig ist. Im Winter darf es ruhig kalt werden in dem Gebäude und im Sommer warm. Das schade den Schätzen nicht, sagt der erfahrene Depotplaner Huber. Wichtiger seien langsame Wechsel und eine konstante Luftfeuchtigkeit. All das erreiche man durch dicke Mauern und eine vor den Mauern vorgelagerte Fassade mit Luftpuffer.

Museumschefin Barbara Reil dankte den Stadträten, die es ermöglicht hätten, dass nur fünf Jahre nach der ersten Diskussion der nötige Neubau halbfertig sei. Kulturamtschef Alexander Warmbrunn freute sich, dass das „Gedächtnis der Stadt ein neues Zuhause“ erhalte. Dort sollten die Schätze aus Lindaus Vergangenheit nicht verstauben: „Wir wollen sie zum Erzählen bringen.“ Immerhin handele es sich um 8000 Bilder, Figuren, Möbel, Waffen und anderes, die man inzwischen weitgehend inventarisiert und erfasst habe, die man aber noch für den Umzug einpacken müsse. Manches davon wolle man in den kommenden Jahren – unter anderem mit Hilfe des Historischen Vereins – auch noch restaurieren. Eckerzeigte sich von all den Anstrengungen überzeugt: „Die Zeugnisse der Lindauer Vergangenheit werden hier sicher und klimatisch gut aufbewahrt.“

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