Stadt öffnet das Lindenhofbad für alle

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So soll das neue Lindenhofbad aussehen. Der grün gekennzeichnete Bereich bleibt umzäunt. Zugänge gibt es im Bereich der Gastrono (Foto: Stadtwerke)
Schwäbische Zeitung
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Das Lindenhofbad bleibt erhalten, allerdings in anderer Form als die Badegäste es gewöhnt sind. Der Bäderausschuss hat am Dienstagabend eine gründliche Neuordnung im Lindenhofpark beschlossen. Worüber sich Bäderbetriebe, Stadtgärtnerei und Vertreter des Fördervereins Lindenhofpark freuen, das verärgert zumindest einen Teil der Mitglieder des Fördervereins Lindenhofbad.

Stadtwerkechef Klaus Steiner und Florian Schneider, Chef der Bäderbetriebe, haben dem Ausschuss die Pläne erläutert, die sie mit Stadtgärtner Meinrad Gfall und einem Landschaftsarchitekten erstellt haben. Demnach kommt der Zaun weg, der bisher die Spielwiese abschirmt. Auch die dort wild gewachsene Hecke wird entfernt, so dass wieder annähernd das Bild des vor knapp 150 Jahren angelegten Park entsteht.

Diese Liegewiese am See wird weiterhin umzäunt, allerdings soll es beim Hafenbecken einen zusätzlichen Eingang geben. Nachts werden die Zugänge verschlossen, um Vandalismus vorzubeugen. Steiner versprach den Badegästen „eine gepflegte Anlage“. Neu wollen die Bäderbetriebe in dem Bereich zwei Spielplätze schaffen.

Für die Gastronomie suchen die Stadtwerke einen neuen Pächter, ein Exposé für die Ausschreibung soll ab 1. Dezember fertig sein. Bis zum Saisonbeginn wollen die Bäderbetriebe das Gebäude noch ein wenig aufmöbeln und vor allem mit Hilfe von Sonnenschirmen oder ähnlichem dafür sorgen, dass ein Gastwirt das Lokal nicht nur bei gutem Wetter betreiben kann. Auch Duschen und Umkleidekabinen bleiben in gewohnten Umfang erhalten.

Im Wasser bleibt das Floß, der Sprungturm allerdings kommt weg. Denn dafür wäre rechtlich eine Badeaufsicht nötig. Einen Bademeister wollen sich Bäderbetriebe und Stadträte allerdings nicht mehr leisten. Stattdessen gehen die Beteiligten davon aus, dass die Ersparnis bei den Personalkosten und die Pachteinnahmen der Gastronomie eher früher als später die Kosten für den auf 220000 Euro geschätzten Umbau wieder reinbringen.

Auf die Dauer wird die Stadt also sparen. Schon zu Beginn der kommenden Saison aber soll der ganze Park gewinnen. Die Verantwortlichen hoffen, dass ein Teil der Badegäste, die sich bisher vor der Villa im Park drängen, gerne in das neue Bad gehen, wenn sie dort keinen Eintritt zahlen müssen. Lediglich Hundebesitzer dürfen dort nicht ans Wasser. Insgesamt sollte das dazu führen, das historische Parkdenkmal ein wenig zu entlasten.

Die Stadträte äußerten sich schon im öffentlichen Teil der Sitzung sehr zufrieden mit dem Vorschlag. Das galt auch für Marigret Brass-Kästl, die sich als Vereinsvorsitzende um den historischen Park kümmert. Stadträte und Oberbürgermeister sahen die im Vorfeld geäußerten Bedenken weitgehend zerstreut, zumal Steiner berichtet hatte, dass nur gut ein Viertel der Unterstützer einer Unterschriftenliste in Lindau wohnt.

Im Förderverein Lindenhofbad sind die Meinungen dagegen offenbar geteilt. Vorsitzender Dieter Schneider ließ erkennen, dass er mit dieser Lösung durchaus leben kann. Sein Stellvertreter Gerd Brombeiß sieht den Auftrag des Vereins allerdings eindeutig darin, für ein abgeschlossenes Bad mit Bademeister zu kämpfen. Er fürchtet einen allzugroßen Andrang, wenn das Bad geöffnet wird: „Sie reden sich das alles ein bisschen schön.“

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