Staatsanwaltschaft: Anklage nach Kindstötung

Lesedauer: 2 Min
Polizeiabsperrung
Ein Polizei-Absperrband ist zu sehen. (Foto: Patrick Seeger/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Eine Deutsche muss sich nach dem Tod ihrer einjährigen Tochter in der Schweiz wegen vorsätzlicher Tötung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen klagte die 35-jährige Mutter und den 54-jährigen Schweizer Vater nach zweieinhalb Jahren Ermittlungen an, wie sie am Montag mitteilte.

Die Leiche des Kindes war im August 2015 in einem Einfamilienhaus in Staad (Gemeinde Thal) von der Polizei gefunden worden. Das Kind war schon einige Zeit tot, wie die Polizei damals berichtete. Sozialarbeiter hatten die Beamten alarmiert, weil sie das Mädchen bei einem Hausbesuch nicht vorfanden.

Die Eltern stünden im Verdacht, aufgrund ihres Drogenkonsums die elterlichen Sorgfaltspflichten verletzt zu haben, so die Staatsanwaltschaft. Sie hätten das Kind nicht richtig ernährt und medizinisch versorgen lassen. Es sei durch die Vernachlässigung gestorben. Die Staatsanwaltschaft beantragte zehneinhalb Jahre Haft für die Mutter, acht Jahre für den Vater.

„Meine Mandantin ist entsetzt“, sagte die Anwältin der Angeklagten, Monika Brenner, der Deutschen Presse-Agentur. Sie weise die Schuld am Tod ihrer Tochter von sich. Eine Erklärung für den Tod des Mädchens habe sie aber nicht. Brenner rechnet nicht damit, dass ein Prozess vor Ende des Jahres beginnt. Die Deutsche lebe seit vielen Jahren in der Schweiz, sagte die Anwältin.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen