Städte und Gemeinden hoffen auf fünf Millionen plus X

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Symbolbild (Foto: dpa/Erwin Wodicka)

Aus seiner Euphorie machte Scheideggs Bürgermeister Ulrich Pfanner keinen Hehl: „Wir stehen kurz davor, zusätzliche fünf Millionen Euro in den Landkreis zu holen.“ Die könnten aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fließen. Die ersten beiden Hürden haben die 19 Landkreis-Kommunen, die sich gemeinsam um eine Aufnahme in das Förderprogramm bewerben, bereits genommen. Endgültig fällt die Entscheidung im Frühjahr 2015. Das dazu notwendige Konzept haben Bürgermeister sowie Bauamts- und Hauptamtsleiter in den letzten zwölf Monaten entwickelt. Es wurde jetzt zum Abschluss in Heimenkirch vorgestellt.

Zu den von Pfanner genannten fünf Millionen Euro käme ein weiterer Zuschuss für die Gartenschau in Lindau 2021, der aus einem zusätzlichen Fördertopf gezahlt würde. Doch ist dies von einer erfolgreichen Bewerbung um die EFRE-Mittel abhängig. Auf den Millionen-Betrag könnte Lindau laut Pfanner hoffen, ohne dass die anderen 77 Projekte finanziell darunter leiden würden. Gleichwohl: Die Gartenschau ist nach Ansicht von Vinzenz Dilcher das Zugpferd der Bewerbung um die europäischen Fördergelder. Dilcher und Rico Emge vom Planungsbüro „Umbau Stadt“ haben das Bewerbungskonzept in den letzten Monaten mit den Städten und Gemeinden des Landkreises erarbeitet. Das hat bislang rund 30000 Euro gekostet, die jedoch zu 60 Prozent gefördert werden – auch dann, wenn die Bewerbung erfolglos sein sollte.

Doch die Hoffnung bei Pfanner und seinen Amtskollegen ist groß, dass die Fördergelder auch tatsächlich fließen werden. Bayernweit gibt es derzeit noch 50 Bewerber, rund 35 sollen in das Programm aufgenommen werden. Förderquoten von bis zu 70 Prozent für einzelne Projekte seien möglich, sagte Pfanner. Denn: Die EFRE-Förderung lässt sich beispielsweise mit dem Städtebauförderungsprogramm von Freistaat und Bund kombinieren. Lindenberg habe es beim Kulturzentrum vorgemacht, für das sich die Stadt in der zurückliegenden Förderperiode bereits erfolgreich um EFRE-Mittel beworben hatte.

Für den Förderzeitraum bis 2020 treten nun alle Landkreis-Kommunen gemeinsam an – auch, weil die Stadt Lindau mit einer Einzelbewerbung bereits in der ersten Runde gescheitert war. Sollte der Zuschlag erfolgen, entscheidet eine Lenkungsgruppe im Landkreis, welche der 78 Projekte tatsächlich zum Zug kommen. Dabei sei auch entscheidend, ob eine Kommune das Projekt dann politisch durchsetzen und auch ko-finanzieren kann, merkte Julia Bentz, Hauptamtsleiterin von Weiler-Simmerberg, an.

Zusätzlich hoffen Gemeindenauf weitere Leader-Förderung

Im Landkreis bislang bekannter ist die Förderung aus dem ebenfalls europäischen Leader-Programm. Hier stehen pro Leader-Aktionsgruppe (LAG) durchschnittlich 1,4 Millionen Euro pro Förderperiode bereit, sagte die Geschäftsführerin der Westallgäu-Bayerischer Bodensee Fördergesellschaft (WBF), Mariam Issaoui. Im Vorfeld der Bewerbung um die EFRE-Fördermittel stand im Raum, dass auch die WBF verantwortlich sein sollte. Letztlich hat aber die Rathausverwaltung in Scheidegg zunächst die Federführung übernommen.

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