SpVgg-LIndau-Trainer Marco Mayer greift durch

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Sportredakteur

Schon bei seinem Amtsantritt als Trainer des Fußball-Kreisligisten SpVgg Lindau im Frühsommer hatte Marco Mayer gesagt, dass Fairplay für ihn ein zentraler Punkt sei und er grobe Unsportlichkeiten seiner Spieler auf dem Fußballplatz nicht tolerieren werde. Vor rund zwei Wochen wies er bei einer Mannschaftsbesprechung nochmals darauf hin und drohte mit Konsequenzen, sollte jemand diese Vorgabe nicht befolgen. Das bekam nun Armin Selak zu spüren: Der 24-jährige Mittelfeldspieler wurde beim 4:0-Sieg der Spielvereinigung in der Kreisliga A2-Partie am vergangenen Sonntag gegen den FC Friedrichshafen wegen einer Tätlichkeit mit Rot des Feldes verwiesen. Nur Stunden später war klar: Selak wird nicht mehr für Lindau spielen.

„Im Allgäu geht es disziplinierter zu“

Nach den Vorkommnissen am Sonntagnachmittag in der 55. Spielminute sah Mayer keine andere Möglichkeit, da er seine Glaubwürdigkeit bei der Mannschaft nicht aufs Spiel setzen wollte. Bei einer Zweikampfsituation, berichtet der Coach, gab es eine Rangelei zwischen Selak und seinem Gegenspieler vom FC – dem Ex-Club Selaks. Der Häfler soll dem Lindauer mit dem Fußballschuh rüde auf die Wade getreten haben. Armin Selak verlor daraufhin, wie der Coach berichtet, die Beherrschung, packte den FC-Spieler am Hals und wurde wegen Tätlichkeit vom Platz gestellt. „Eigentlich hätten beide die Rote Karte verdient gehabt“, bewertet Marco Mayer die Szene.

Dennoch: Selak hatte sich zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen, Mayer griff durch. Noch am selben Abend berieten SpVgg-Präsident Werner Mang, Sportvorstand Karsten Krannich und das Trainerteam über den Vorfall und notwendige Konsequenzen. Mit dem Ergebnis, dass Selak gehen muss. Am anderen Tag wollte der Spielertrainer Kontakt mit dem Rotsünder aufnehmen und ihn über die Entscheidung informieren.

Doch der Mittelfeldmann, der beim 3:1-Heimsieg der Spielvereinigung gegen Aufsteiger Kosova Weingarten noch die 1:0-Führung besorgte, kam ihm zuvor und teilte Mayer per WhatsApp mit, dass es besser für beide Seiten sei, wenn sich die Wege trennen. „Er merkte, dass ihm wohl eine längere Spielsperre gedroht hätte“, so Marco Mayer. Bereits in der Vorsaison verbüßte Armin Selak, damals noch beim FC Friedrichshafen, eine mehrmonatige Zwangspause. Auch damals sollen Undiszipliniertheiten der Grund gewesen sein. Während dieser Zeit fiel im Winter sein Wechsel nach Lindau.

Obwohl Marco Mayer den geschassten Spieler „fußballerisch ein hohes Potenzial“ bescheinigt, sah er keinerlei Spielraum. Bei seinem Ex-Verein, dem SV Beuren, habe während seiner sechsjährigen Zeit als Spielertrainer keiner seiner Mannschaftskollegen je eine Rote Karte wegen unsportlichen Verhaltens kassiert. Generell sieht Mayer einen Unterschied zwischen den Spielklassen seiner Heimat und der Bodenseegegend: „Im Allgäu geht es disziplinierter zu.“

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