Spannender Fund im bayerischen Bodensee

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Taucharchäologen bei ihrer Arbeit. Die Bilder, die im Bodensee von dem länglichen Holz angefertigt wurden, müssen erst bearbeit
Taucharchäologen bei ihrer Arbeit. Die Bilder, die im Bodensee von dem länglichen Holz angefertigt wurden, müssen erst bearbeitet werden. (Foto: Hildegard Nagler)
Hildegard Nagler

Spannende Entdeckung: Ein Taucher ist beim Schnorcheln im Uferbereich des bayerischen Bodensees vor einigen Wochen auf ein längliches Holz gestoßen. Laut Auskunft des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (BLfD) ist es unklar, ob es sich bei dem Fund um einen Einbaum oder den Bestandteil einer größeren Schiffskonstruktion handelt.

Der Taucher hatte nach der Entdeckung des Eichenholzstücks, das 6,80 Meter lang ist und an der breitesten Stelle 1,05 Meter misst, die Wasserwacht und die Wasserschutzpolizei Lindau informiert. Diese wiederum meldeten den Fund dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

„Die Lage im Uferbereich des Sees machte eine archäologische Untersuchung erforderlich, die möglichst zeitnah erfolgen musste, um gegebenenfalls notwendige Schutzmaßnahmen ergreifen zu können“, heißt es beim BLfD.

Lindauer Wasserwacht stellt Boot und Personal zur Verfügung

Ehrenamtliche Einsatztaucher der Bayerischen Gesellschaft für Unterwasserarchäologie (BGfU) untersuchten mit finanzieller Unterstützung des BLfD die Fundstelle; die Wasserwacht Lindau stellte ein Boot und das notwendige Sicherungspersonal.

Sechsmal sind die Taucher bislang zu dem Wasserfahrzeug getaucht, um seine Lage und Oberflächenform zu dokumentieren. „Aus den unter Wasser angefertigten Foto- und Videoaufnahmen werden 3D-Rekonstruktionen und Umzeichnungen angefertigt; sie sollen einen Eindruck des Fundes vermitteln und erste Details zeigen“, heißt es beim BLfD. Und weiter: „Die Untersuchung unter Wasser sollte zudem die zeitliche Einordnung des Fundes klären.“

Dazu seien dem Schiffskörper Holzproben entnommen worden. Dendrochronologische Untersuchungen unter anderem in der Dienststelle Thierhaupten des BLfD haben bisher allerdings keine eindeutigen Ergebnisse gebracht.

14C-Analyse soll bei Altersbestimmung helfen

Parallel wird derzeit eine 14C-Analyse ausgeführt. Das auch Radiokarbonmethode oder Radiokohlenstoffdatierung genannte Verfahren dient der radiometrischen Datierung kohlenstoffhaltiger, insbesondere organischer Materialien und wird in der archäologischen Altersbestimmung angewandt.

Sobald alle Daten ausgewertet sind, heißt es beim BLfD, werde das weitere Vorgehen zur Erhaltung und Konservierung des Wasserfahrzeugs mit allen Beteiligten abgestimmt. Derzeit ist der Fund Strömungen, Bewuchs und Schiffsverkehr ungeschützt ausgesetzt – ob eine Verlagerung oder Bergung notwendig ist, soll die Auswertung der Daten zeigen.

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