So geht es Mountainbikerin Sofia Wiedenroth nach ihrem schweren Sturz

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 Vollgas bergab: Beim Enduro-Rennen in der Provence zeigte sich Sofia Wiedenroth gut erholt von den Strapazen der Vorwoche.
Vollgas bergab: Beim Enduro-Rennen in der Provence zeigte sich Sofia Wiedenroth gut erholt von den Strapazen der Vorwoche. (Foto: PR/Kike Abelleira)
Martin Deck

Zum Feiern reichte die Kraft noch. Nachdem die Lindauer Profi-Mountainbikerin Sofia Wiedenroth in der Vorwoche in den Dolomiten einen Hitzschlag erlitten hatte und gestürzt war, saß sie wenige Tage später schon wieder im Sattel – und das mit Erfolg.

Die Nachwirkungen des Hitzschlags waren noch einige Tage zu spüren

Beim Wettbewerb der Enduro World Series in Les Orres in der Provence landete sie mit ihrem Team von Cube zum ersten Mal in dieser Saison auf dem Podium. „Das ist unser Hauptziel und es war schön, dass es jetzt endlich geklappt hat“, sagt Sofia Wiedenroth.

Für sie persönlich war es nach ihrem wohl schwersten Rennen eine Woche zuvor, bei dem sie sich trotz Hitze, Schwindel und Kopfschmerzen ins Ziel gekämpft hatte, ein wichtiges Erfolgserlebnis – und so nicht unbedingt zu erwarten.

Sofia Wiedenroth (Foto: PR)

Schließlich waren die Nachwirkungen des Hitzschlags noch einige Tage zu spüren, wie die 24-Jährige berichtet. Durch mehrere Einheiten im Kraftraum und viel Arbeit mit ihrer Physiotherapeutin habe sich ihr Körper nach und nach erholt.

„Das hat mir sehr geholfen“, sagt sie. Und so startete sie recht gut in die ersten der insgesamt sieben Etappen der höchsten Enduro-Klasse, einer besonders anspruchsvollen Mountainbike-Disziplin, bei der die Fahrer sowohl Abfahrten und Anstiege bewältigen und dabei innerhalb vorgegebener Zeitlimits bleiben müssen. Am zweiten Tag fiel die Lindauerin dann aber noch ein wenig zurück.

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Dass es im Einzel letztlich nur zu Platz 24 reichte, sei „okay, auch wenn ich hätte schneller sein können“. Dennoch sei sie vor allem froh und zufrieden, dass nach den Schwierigkeiten beim Rennen in Val di Fassa dieses Mal wieder alles ohne Probleme ablief.

„So etwas wie in den Dolomiten wollte ich nicht noch mal haben“, sagt Sofia Wiedenroth. Dabei war die Gefahr durchaus gegeben. Das Thermometer zeigte am Samstag erneut mehr als 30 Grad an. Hinzu kamen anspruchsvolle Strecken mit Abfahrten aus mehr als 2500 Metern. Doch dieses Mal war die Lindauerin auf die schwierigen Bedingungen vorbereitet.

Sicher und sauber ist nicht immer schnell.

Sofia Wiedenroth

Mit einem nassen Tuch im Nacken und mit kurzen Stopps, bei denen sie Arme und Beine in die kalten Gebirgsbäche tauchte, versuchte sie ihren Körper herunterzukühlen. „Das hat eigentlich ganz gut geklappt.“

Auch mit ihren Fahrten ist die 24-Jährige relativ zufrieden auch wenn sie zugibt, in Zukunft mehr Risiko gehen zu müssen. „Sicher und sauber ist nicht immer schnell“, sagt sie.

Unbekanntes Terrain wartet auf die 24-Jährige

Die nächste Möglichkeit, sich im Klassement nach vorne zu arbeiten, hat sie Mitte August bei zwei Wettkämpfen in Nordamerika – zunächst im kanadischen Whistler, dann in Northstar in Kalifornien.

Doch dort warten ganz neue Herausforderungen auf die Mountainbikerin. Zum einen sind ihr die dortigen Gebirge nicht so vertraut, wie sie sagt: „Der Untergrund ist komplett anders als in Europa.“

Zum anderen hat Sofia Wiedenroth bei langen Reisen immer wieder mit Jetlag zu kämpfen. „Das ist manchmal richtig schwierig.“ Hinzu kommt, dass die Rennen in Übersee einen deutlich höheren Aufwand für die Athleten mit sich bringen. Dennoch hat sich die Lindauerin zum Ziel gesetzt, unter die Top 20 zu fahren. „Da will ich auf absehbare Zeit hin“, sagt sie. Und mit dem Team möchte sie erneut aufs Treppchen - feiern inklusive.

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