Saison in Reichsstädtischer Bibliothek beginnt

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 Eine Hängesonnenuhr.
Eine Hängesonnenuhr. (Foto: ERB)
Lindauer Zeitung

Die Saison in der Lindauer Ehemals Reichsstädtischen Bibliothek (ERB) beginnt am Sonntag, 7. April mit einer Kabinettausstellung über Sonnenuhren nach dem Lindauer Prediger Johannes Gaupp. Dieser 1667 in Lindau geborene Kirchenmann war mathematisch hochbegabt und in seiner Freizeit ein begeisterter Astronom.

Neben diversen Arbeiten zu Mond- und Sonnenfinsternissen sowie zur damals anstehenden Kalenderreform hinterließ er das bis zu seinem Tod 1738 dreimal aufgelegte „Lehrbuch der mechanischen Sonnen-Uhr-Kunst“, das neben umfassenden theoretischen Ausführungen und umfangreichen Kalibrierungstabellen auch rund 30 Bastelbögen für unterschiedlichste Sonnenuhren enthielt.

Diese Modelle wurden im Auftrag des Basler Universitätsprofessors und Sonnenuhrenliebhabers Karl G. Hofbauer in höchster handwerklicher und kunsthistorischer Qualität nachgebaut und sind neben den Erstausgaben von Gaupps Werken zusammen mit einer Einführung in die Funktionsweise von Sonnenuhren bis zum 23. Juni in der ERB zu besichtigen.

„Dies ist Heimatgeschichte im besten Sinn“, meint der Leiter der ERB, Markus Breitwieser, „eine historische Lindauer Persönlichkeit wird mit ihrem Werk theoretisch wie praktisch vorgestellt und eine kulturgeschichtlich langsam in Vergessenheit geratende Erfindung wie die Sonnenuhr in ihrer Funktionsweise allgemein verständlich erklärt.“

Am 9. Mai wird Prof. Hofbauer als Leihgeber und Kurator um 19.30 Uhr im Alten Rathaus zudem einen Vortrag zur Ausstellung halten.

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