Rosali Thomas bannt Islands Naturgewalten auf Papier

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Rosali Thomas freut sich über die gelungene Präsentation ihrer Arbeit. (Foto: pr)

Wie viele Stunden Rosali Thomas an „Snaeland“ gearbeitet hat, kann sie nicht mal schätzen. Doch die Mühen haben sich für die Lindauerin gleich doppelt gelohnt. Ihre Bachelorarbeit wurde nicht nur mit 1,0 benotet, sondern bekam beim Nachwuchswettbewerb des Art Directors Club auch noch eine Auszeichnung. Ein wichtiger Schritt für die junge Kommunikationsdesignerin: „Wenn man da was gewinnt, ist man in der Branche bekannt.“

„Snaeland“ heißt übersetzt „Schneeland“. So nannte der erste Norweger, der sich auf die Insel im Polarmeer verirrt hatte, Island. Und so nannte Rosali Thomas ihre Bachelorarbeit – weil der Titel neugierig macht, aber noch nicht gleich verrät, worum es geht.

Ihre Abschlussarbeit machte die 25-Jährige an der Hochschule Augsburg im Fachbereich interdisziplinäre Gestaltung. Das grobe Thema stand schnell fest: „Ich wusste, dass es um Natur gehen soll“, sagt Rosali Thomas. Ihre Entscheidung fiel auf Island - ein Land, das für sie „Neuland“ und von der Natur her sehr reizvoll war. „Spannend ist das Zusammenspiel der verschiedenen Naturgewalten. Alles ist ständig in Veränderung.“ Daher stellte sich Rosali Thomas die Aufgabe, diese wahrnehmbaren Bewegungen von Wasser, Feuer und Eis mittels verschiedener Medien umzusetzen.

Am Anfang stand die Reise. Im April ging’s für die 25-Jährige für zwei Wochen nach Island, ihr Vater begleitete sie. Wegen der Schneeschmelze im Hochland ist das nicht die Haupreisezeit für Island. „Dafür war es günstiger“, sagt Rosali Thomas pragmatisch. Dort erwanderten sich Vater und Tochter das Land - bei maximal 5 Grad plus. Immer im Gepäck: die Kamera, eine Canon 50 D. Denn das war klar: Die Fotografie sollte das wichtigste Medium der Abschlussarbeit sein. Dazu kamen später Grafiken, Kartenmaterial sowie ein Faltplan. „Sie verdeutlichen auf sehr homogene Weise die Dimensionen und das Ausmaß der isländischen Geologie und Naturformen und werden textlich immer wieder unterfüttert“, würdigt die Hochschule Augsburg die Arbeit der Lindauerin.

Das Buch ist dreigeteilt: Es finden sich in verschiedenen Stufen farbenprächtige Fotografien der Elemente Erde, Eis und Wasser. Imposante Bilder von Vulkanen, Gletschern und Flüssen zeigen, wie diese ständig in Bewegung sind. „Mal war das Eis blau, dann wieder von Lava schwarz gefärbt.“ Der Fototrip war ein Abenteuer für sich, wie Rosali Thomas verrät: „Wir hatten mal so starken Wind, dass mich mein Papa beim Fotografieren halten musste.“

Neben kurzen Informationen finden sich unter den Bildern auch Koordinaten, die angeben, wo man diese Schauspiele auf der Karte findet. Diese Karte, im Buch zum Herausnehmen beigefügt, ist ein Kunstwerk für sich. „Ich wollte da Bewegung reinbringen“, erklärt Thomas. Das gelang ihr durch eine kunstvolle Falttechnik, die Erhebungen und Täler symbolisiert. Darüber hinaus gehören ein kleines Heft mit einführenden Texten und Grafiken zu Vulkanen, Flüssen und Gletschern sowie eine weitere Karte, auf der zu sehen ist, wie viel Prozent der Fläche aus Eis, Erde oder Wasser ist, zu „Snaeland“, das die junge Kommunikationsdesignerin selbst gebunden hat.

Die Arbeit hat der Jury des Art Directors Club, dem etwa 600 Mitglieder aus der Branche angehören, gefallen. Nach der Präsentation in Hamburg erhielt Rosali Thomas eine Auszeichnung in der Kategorie Buch und durfte ihr Werk auf einer Sonderausstellung in Berlin zeigen. Klar, dass Rosali mit ihrer Familie dabei war.

Nun geht‘s bald nach München, wo sie beim Magazin „Neon“ für drei Monate ein Praktikum macht. Wie es dann weitergeht, weiß die 25-Jährige noch nicht genau: „Mein Wunsch wäre, in einer kleinen Agentur zu arbeiten, wo man Grafik, Fotografie und andere Bereiche miteinander verbinden kann.“ Und irgendwann geht‘s auch noch mal nach Island – dann aber im Sommer.

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