Rekordsaison für Lindauer Freibäder

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Der Sommer ist heiß, trocken und lang gewesen – perfekte Bedingungen, um viel Zeit im Freibad zu verbringen. Genau das haben Lindauer und Touristen auch gemacht – und den Freibädern Rekordzahlen beschert. Wer sich noch vom Eichwald verabschieden will, muss das am Wochenende tun. Ab Montag bleibt das Strandbad für immer geschlossen.

Michael Jeschke, Schwimmmeister im Wasserburger Aquamarin, ist überzeugt: Das Freibad knackt in diesem Jahr noch die 150 000-Besucher-Marke. „Wir sind jetzt bei 147 000, und das Wetter bleibt nächste Woche noch schön. Das müssten wir schaffen“, sagt er. Den Rekord hat das Aquamarin aber sowieso längst geknackt. „So viele Besucher hatten wir noch nie.“

Auch nebenan, im Strandbad Nonnenhorn, war die Saison „Bombe“, wie Matthias Quadt es formuliert. „Bei dem Wetter konnten die Leute ja überhaupt nichts anderes machen, als baden gehen.“ 60 000 Besucher haben in diesem Jahr in Nonnenhorn gebadet – auch das ist ein Rekord.

Meditative Verhältnisse im Strandbad Eichwald

Exakte Zahlen hat Schwimmmeister Andreas Mack vom Freibad in Oberreitnau zwar nicht parat. „Aber die Saison war sensationell“, sagt er. Bei dem Wetter sei das ja auch kein Wunder.

Neben dem heißen Wetter profitieren die umliegenden Freibäder auch vom eingeschränkten Betrieb im Lindauer Strandbad Eichwald, wo es wie bereits im vergangenen Jahr keine Becken mehr gibt. Badegäste sind trotzdem gekommen, wie Schwimmmeister Axel Schweinberger erzählt. „Der Badebetrieb war im Vergleich zum letzten Jahr sogar leicht erhöht“, sagt er.

Das läge vor allem daran, dass die Seetemperatur bereits seit Mai die 20-Grad-Marke überschritten habe. „Das ist die magische Grenze, darunter jammern die Leute“, so Schweinberger. In diesem Sommer sei die Wassertemperatur aber sogar mehrmals bis auf 28 Grad geklettert, sodass auch im Eichwald an starken Wochenenden bis zu 1500 Besucher gezählt wurden.

Und die durften dann vor allem eins genießen: Ruhe. „Wir hatten hier meditative Verhältnisse“, sagtSchweinberger. Denn die Badegäste im Eichwald seien nicht nur vom Baustellenlärm verschont geblieben – auch kreischende Kinder auf Rutschen gab es nicht. „Es waren vor allem Stammgäste da. Und die sind natürlcih traurig, dass wir jetzt schließen.“ Denn am Sonntag ist der letzte Badetag im Eichwald – für immer.

Wer ins Bad nicht zum Schwimmen, sondern zum Arbeiten gegangen ist, für den war der lange Sommer auch eins: anstrengend. „Ein Päuschen wäre nicht schlecht“, gibt Sebastian Preuß von der Degersee-Stube zu, die seit März im Dauerbetrieb und durchgehend voll ist. Wer möchte, kann dort allerdings noch bis Anfang November baden.

Auch das Römerbad hat noch gut zwei Wochen offen – mindestens. Denn wenn der Herbst schön bleibt, verlängert das Bad die Öffnungszeigen von Woche zu Woche. Dass das Wasser dort schon seit einigen Wochen nur noch kneitief ist, stört laut Birgit Russ, Vorsitzende des Römerbadvereins, übrigens niemanden. „Die Leute gehen einfach auf der anderen Seite vom Steg ins Wasser, wo es tiefer ist.“

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