Reformation als Zeichentrickfilm

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Sieger beim Schülerlandeswettbewerb „Erinnerungszeichen“ bei den Mittelschulen: Der erste Vizepräsident des Bayerischen Landtag
Sieger beim Schülerlandeswettbewerb „Erinnerungszeichen“ bei den Mittelschulen: Der erste Vizepräsident des Bayerischen Landtags Reinhold Bocklet (links) und Ministerialdirigentin Elfriede Ohrnberger (rechts) beglückwünschten die Mädchen und Ju (Foto: Andreas Gebert)

Allein die Einladung ins Münchner Maximilianeum ist für die Mädchen und Jungs der Freien Schule schon ein Erlebnis gewesen. Dass sie nun aber auch noch den ersten Preis im Bayerischen Schulwettbewerb „Erinnerungszeiten“ gewonnen haben, war eine große Überraschung.

„1500 – was geht ab?“ lautete das Projekt, mit dem sich die Schüler der Klassenstufe 7/8 der Freien Schule im vergangenen Jahr sechs Wochen lang beschäftigt haben. Vom Buchdruck bis hin zu Martin Luther: Die Mädchen und Jungs wollten wissen, was die Reformation auszeichnete. Nachdem die historischen Fakten saßen, ging es ans Praktische: „Aufgabe der Schüler war es, ein Storytelling zu bestimmten Themen zu machen“, erklärt Judith Kleiner von der Freien Schule. Dabei gab es viel zu klären: Sie mussten entscheiden, was sie szenisch darstellen wollen, wie sie den Inhalt transportieren, welche Requisiten sie brauchen, wo sie drehen und wie die Kamera einzustellen ist. Die Tipps eines Filmemachers sowie dessen Crashkurs in Schnitttechnik waren da eine große Hilfe für die Nachwuchsfilmer.

Das Ergebnis: Zehn Videosequenzen von jeweils vier Minuten, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Vom Historiendrama über Krimi und Zeichentrickfilm bis hin zu Nachrichtenformaten sei alles dabei gewesen, sagt Kleiner weiter.

Diese rund 45-minütige Dokumentation hat die Freie Schule dann im Rahmen des bayerischen Schülerwettbewerbes „Erinnerungszeichen“ eingereicht. Die Einladung in den bayerischen Landtag zur Preisverleihung war die erste Überraschung. „Sie haben uns schon verraten, dass wir einen Hauptpreis haben“, sagt Kleiner, aber nähere Informationen dazu habe es nicht gegeben.

„Eine große Ehre“

Das Los entschied darüber, welche 15 Schüler den Preis entgegennehmen durften. Gemeinsam ging es mit dem Zug nach München, wo im prachtvollen Maximilianeum Häppchen und Getränke auf die Mädchen und Jungs warteten.

Diese zeigten sich sichtlich beeindruckt, wie Judith Kleiner betonte: „Es war eine große Ehre für uns, im bayerischen Landtag empfangen zu werden.“

Bei der Siegerehrung setzte es dann die nächste Überraschung. Die Lindauer bekamen in der Kategorie Mittelschule den ersten Preis - und 500 Euro obendrauf. Natürlich war die Freude bei den Schülern riesengroß. Das Ergebnis macht aber auch die Lehrer stolz – vor allem weil sie wissen: „Bei uns hat kein Erwachsener reingearbeitet, die Beiträge haben die Schüler ganz selbstständig gemacht.“

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