Pro Bahn fordert bayernweiten Zug-Pool

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Weil es fahrzeugbedingt beim Alex immer wieder zu Zugausfällen kommt, fordert der Fahrgastverband Pro Bahn jetzt einen bayernwe
Weil es fahrzeugbedingt beim Alex immer wieder zu Zugausfällen kommt, fordert der Fahrgastverband Pro Bahn jetzt einen bayernweiten Fahrzeugpool für den Bahnverkehr. (Foto: Archiv: ee)
Lindauer Zeitung

Der Zusammenstoß eines Alex-Zuges im Allgäu mit ausgebrochenen Rindern hat erst vor kurzem wieder gezeigt: Ist eine Lok defekt, dann wackelt der Fahrplan. Das ist für den Fahrgastverband Pro Bahn Anlass, erneut einen landesweiten Fahrzeugpool zu fordern: „Dadurch könnten die Reserven der anderen Netze zur Unterstützung eingesetzt werden. Bis dahin sind für den Alex weitere Fahrzeuge anzumieten“, schreibt Pro Bahn in seiner Pressemitteilung.

Bei dem Zusammenstoß war die Lok des Zuges erheblich beschädigt worden. Für die Bahnreisenden hieß es deshalb: umsteigen in Busse. Knapp zwei Tage fuhr zwischen Immenstadt und Lindau kein Zug der Länderbahn Alex. „Aktuell hakt es im Alex-Netz an allen Ecken und Enden. Wegen Fahrzeugmangel fallen auf dem Südast München – Immenstadt – Lindau sowie Oberstdorf immer wieder die Züge ab Immenstadt aus“, stellt der Fahrgastverband fest. Ähnlich sehe es auf dem Nordabschnitt zwischen München und Schwandorf/Hof aus: „Wegen fehlender Lokomotiven entfallen auch dort Verbindungen.“

Zudem verkehren nach Aussage von Pro Bahn im ganzen Alex-Netz „oft Züge mit zu wenigen oder schadhaften Wagen“ unterwegs: „Auch hier fehlen die ausreichenden Reserven“, heißt es in der Mitteilung. Zwar gebe es Busse für die Fahrgäste, die Pro Bahn aber nicht wirklich als brauchbaren Ersatz betrachtet, da sie zum Teil deutlicher länger unterwegs seien als die Züge.

Der Fahrgastverband Pro Bahn sieht sich angesichts dieser Missstände in seiner Forderung bestätigt, dass der Freistaat sich zukünftig selbst um die Bereitstellung der Fahrzeuge kümmern soll. Beispiele aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen würden zeigen, wie das gehen kann. „Mit einer bayernweiten Flotte braucht man nicht mehr Reservefahrzeuge als jetzt,“ erklärt Lukas Iffländer, stellvertretender Vorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn in Bayern. „Dann hat man aber statt fünf kleinen Flotten mit jeweils zwei Fahrzeugen Reserve plötzlich eine große mit zehn Reservefahrzeugen. Damit kann man wesentlich flexibler reagieren und Ausfälle problemlos ausgleichen.“ Bisher weigere sich der Freistaat jedoch, in diese Richtung zu gehen. „Hier könnte man ohne Zusatzkosten mal wirklich etwas für die Fahrgäste und die Qualität des Schienenverkehrs tun,“ wird Iffländer in der Pressemitteilung zitiert.

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