Politik will Obstbauern helfen

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Durch Nachtfrost teilweise bräunlich verfärbt sind am 21.04.2017 die Blütenblätter eines Apfelbaumes in einer Plantage bei Linda
Durch Nachtfrost teilweise bräunlich verfärbt sind am 21.04.2017 die Blütenblätter eines Apfelbaumes in einer Plantage bei Lindau (Bayern). (Foto: Karl-Josef Hildenbrand)
Uwe Jauß

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) setzt sich für finanzielle Hilfe für frostgeschädigte Obstbauern ein. Dies hat nun sein Ministerium bestätigt. Wenige Tage zuvor hatte Brunner bei einer Veranstaltung im Oberallgäu zugesichert, eine entsprechende Unterstützung prüfen zu wollen. Martin Nüberlin und Helmut Jäger, zwei Vertreter der Lindauer Obstbauern, hatten ihn bei diesem Anlass direkt darauf angesprochen.

Im bayerischen Bodenseegebiet gibt es rund 180 familiengeführte Obstbauernhöfe. Die Frostnächte in der zweiten Aprilhälfte haben einen bisher unbestimmten Teil der möglichen Ernte vernichtet. Ursache waren die warmen Wochen zuvor. Weshalb die Bäume oft weit vor der eigentlichen Zeit in der Blüte standen.

Aus dem Wirtschaftsministerium heißt es nun, dass „die gesamte finanzielle Schadenshöhe aber erst nach der Erntezeit beziffert werden“ könne. Erst dann sei es auch möglich, ein Hilfspaket für die betroffenen Bauern zu schnüren. Brunner möchte aber nach den vorliegenden Informationen dem bayerischen Ministerrat noch vor der Sommerpause einen vorläufigen Schadensbericht vorlegen.

Das bayerische Wirtschaftsministerium betonte, dass es bei der Hilfe für die Obstbauern einen „engen Austausch mit Baden-Württemberg“ geben solle. Schließlich würden die „betroffenen Anbaugebiete am Bodensee länderübergreifend ineinander übergehen“. Wobei Brunners Amtskollege in Stuttgart, der dortige Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) bereits während der Frostperiode reagiert hat.

Bezahlbare Versicherung

Sein Ministerium prüft neben einem finanziellen Schadensausgleich auch die Frage nach einer bezahlbaren Versicherung im Obstbau und nach Beihilfen für Investitionen in Frostschutzmaßnahmen. Zudem hat die baden-württembergische Landesregierung entschieden, die kalten Nächte unter der Kategorie Naturkatastrophen einzuordnen. Dies erleichtert Hilfen.

Auch die Vorarlberger Kollegen der Lindauer Obstbauern bekamen rasch Unterstützung zugesagt. Landeshauptmann Markus Wallner von der konservativen ÖVP sagte, es „soll kein Obstbauer zusperren müssen“. Sobald der gesamte Schaden absehbar sei, solle es finanzielle Hilfe geben. Wallner wollte zudem auf die Versicherungen seiner Obstbauern zugehen, um sie zu einer schnellen Bearbeitung der Fälle zu bewegen.

Die bayerische Staatsregierung schloss seinerzeit Hilfen für die betroffenen Bauern zwar nicht aus, blieb aber im Vagen. Für die Lindauer Gegend kam die erste spürbare politische Reaktion vom Landtagsabgeordneten Eric Beißwenger. Der im Stimmkreis Lindau-Sonthofen beheimatete CSU-Politiker initiierte am 16. Mai einen Antrag im Landtag. Darin geht es um umfassende Unterstützung. Ein Punkt weist in diesem Zusammenhang auch in die Zukunft.

So heißt es im Antrag, die Staatsregierung werde aufgefordert, „langfristig technische Möglichkeiten zur Verhinderung von Klimaschäden intensiv zu untersuchen“. Unterstützt wird die Initiative neben Beißwenger von zwölf weiteren CSU-Abgeordneten, darunter dem scheidenden Stimmkreisabgeordneten Eberhard Rotter.

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