Pfarrer Oblinger verlässt Lindau

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Georg Alois Oblinger
Georg Alois Oblinger (Foto: Archiv Bernhard weizenegger)
Schwäbische Zeitung
Ruth Eberhardt

Pfarrer Georg Alois Oblinger wird zum 1. Oktober die Leitung der Gebetsstätte Marienfried in Pfaffenhofen an der Roth im Landkreis Neu-Ulm übernehmen. Dies kündigte der 50-Jährige am Samstagabend in der Vorabendmesse im Lindauer Stadtteil Zech an. Seine Nachfolge sei bereits geregelt, teilte er den überraschten Gottesdienstbesuchern mit: Ebenfalls zum 1. Oktober werde Robert Skrzypek, bisher Pfarrer in Mühlried und Edelshausen bei Schrobenhausen, nach Lindau wechseln.

Georg Oblinger war im September 2012 von Ichenhausen nach Lindau gekommen. Seither ist er hier für die Pfarreiengemeinschaft Lindau zuständig, zu der die Pfarreien „Münster Unserer Lieben Frau“ auf der Insel, „Maria Königin des Friedens“ in Lindau-Zech und St. Josef in Lindau-Reutin gehören. Die Erklärung, mit der er am Ende der Vorabendmesse in Zech seinen Weggang verkündete, leitete er mit den Worten ein, dass es ihm sehr gut in der Region gefalle. Und: „Ich fühle mich in der Pfarreiengemeinschaft sehr wohl.“

Weiter berichtete Oblinger, dass ihn vor einigen Wochen der Generalvikar angerufen und ihn im Auftrag des Bischofs gefragt habe, ob er sich vorstellen könne, die Leitung der Gebetsstätte Marienfried im Landkreis Neu-Ulm zu übernehmen. „Vor einiger Zeit“, so Oblinger, habe er zugesagt. Mit der Bitte, seinen Nachfolger „genauso offen aufzunehmen wie Sie es vor einigen Jahren bei mir getan haben“, beendete er seine kurze Erklärung.

Nachfolger stammt aus Polen

Sein künftiger Wirkungsort ist eine Gebetsstätte des Bistums Augsburg. Zu Marienfried gehören unter anderem eine Kirche, eine Kapelle, ein Gebetspark sowie Pilgerheime samt Gastronomie und Wallfahrtsladen. Ihre Entstehung verdankt die Gebetsstätte einem Gelübde, das die Pfarrei St. Martin mit ihrem Pfarrer Martin Humpf im Kriegsjahr 1944 abgelegt hat: „Wenn die Pfarrgemeinde von den Kriegsschäden verschont bleibt, bauen wir der Gottesmutter zum Dank eine Kapelle.“ Eine Gruppe der Schönstatt-Mädchenjugend hat dieses Gelöbnis aufgegriffen. Viele Menschen glauben zudem, dass die Gottesmutter Maria hier am 13. Mai 1940, am 25. April, 25. Mai und 25. Juni 1946 erschienen ist. Dies ist jedoch nicht als übernatürliches Geschehen anerkannt und darf gemäß einer bischöflichen Verfügung auch nicht als solches verkündigt werden. „Marienfried ist und bleibt ein Ort des Gebetes, der Verehrung der seligsten Gottesmutter und einer intensiven Seelsorge, in deren Mittelpunkt die Verkündigung des Gotteswortes und die Spendung der Sakramente stehen“, heißt es in einem Dekret, das Bischof Dammertz im Jahr 2000 erließ.

Oblingers Nachfolger in Lindau heißt Robert Skrzypek und ist 50 Jahre alt. Er stammt aus Krakau in Polen, trat nach dem Abitur 1986 in den Claretiner-Orden ein, studierte Theologie in Breslau und wurde dort 1993 zum Priester geweiht. In den folgenden Jahren arbeitete er in einer Pfarrei in Lodz, betreute Jugendliche und war Berufungsseelsorger im Clarentiner-Orden in Polen. Seine weiteren Stationen fasste der „Donaukurier“ im April 2017, als Robert Skrzypek seinen 50. Geburtstag feierte, so zusammen: „1998 kam er nach Deutschland. Zunächst arbeitete er in der polnischen Mission in Frankfurt am Main und besuchte einen Sprachkurs. Anschließend nahm Skrzypek 1999 und 2000 an einem Pastoralkurs am theologischen Institut der Pallotiner in Friedberg teil und arbeitete gleichzeitig in der Augsburger Pfarrei St. Martin. Ab September 2000 war Robert Skrzypek in der polnischen Mission in Frankfurt als Kaplan tätig. Seit Oktober 2001 ist Skrzypek Pfarrer von Mühlried und Edelshausen. Am 1. September 2012 verließ er den Orden und wurde Diözesanpriester im Bistum Augsburg.“

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