Paul Bieber wird fünffacher deutscher Meister im Eisschwimmen

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Da dampfen die Körper schon mal: Paul Bieber (re.) mit Eisschwimmer und Weltrekordhalter Josef Köberl aus Österreich.
Da dampfen die Körper schon mal: Paul Bieber (re.) mit Eisschwimmer und Weltrekordhalter Josef Köberl aus Österreich. (Foto: Fotos: Pr)
Lindauer Zeitung

Gerade einmal drei Grad Wassertemperatur und kaum einer bewegt sich darin so schnell wie Paul Bieber vom TSV Lindau. Er hat bei den Ice Swimming German Open im mittelfränkischen Veitsbronn seine Altersklassen-Titel aus dem Vorjahr über 50 Meter Freistil und 50 Meter Brust nicht nur erfolgreich verteidigt, sondern sogar drei weitere Titel über 200 Meter Freistil, 100 Meter Brust und 50 Meter Schmetterling geholt. Als fünffacher deutscher Meister in seiner Altersklasse kann Bieber dementsprechend selbstbewusst im Februar zur WM nach Bled in Slowenien fahren.

„Alles lief wunderbar nach Plan. Besser hätte ich das Drehbuch nicht schreiben können“, so Bieber überglücklich. Allerdings war es auch ein großer Kraftakt, wenn man beachtet, dass der Westallgäuer vor dem Wettkampf von nur fünf geplanten Starts in der AK35 ausging. Am Ende durfte der Extremschwimmer aus Röthenbach sogar siebenmal ins Wasser steigen, weil er sich auch über die 50 Meter und 100 Meter Brust jeweils für das Superfinale qualifiziert hatte. Im Superfinale starten die schnellsten sieben Schwimmer altersklassenübergreifend und machen unter sich den deutschen Meister in der offenen Klasse aus.

Bieber, der schon letzte Woche beim Weltcup in Amsterdam bewiesen hat, dass er durchaus in der Lage ist, mit der Weltspitze der Eiswasserschwimmer mitzuhalten, bestätigt somit seine aktuelle Form. Am ersten Wettkampftag kam der 36-Jährige über die 50 Meter Freistil zwar nur um vier Zehntelsekunden hinter Svara Grega aus Slowenien auf Platz zwei, aber er war dennoch der schnellste Deutsche in seiner Altersklasse und konnte somit seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen.

Auf 50 Meter Brust schwamm Bieber dann zur ersten kleinen Sensation. Er hat nicht nur einen weiteren Titel verteidigt, sondern qualifizierte sich sogar für das Superfinale. Dort reichte es allerdings nur zu Platz sechs. Ebenso überzeugte der Extremschwimmer, wie schon in Amsterdam, über die 200 Meter Freistil.

Am zweiten Wettkampftag ging es für Bieber über die 100 Meter Brust und 50 Meter Schmetterling auf Titeljagd. Auf Ersteres konnte der Röthenbacher wieder einen weiteren Titel gewinnen inklusive Qualifikation für ein weiteres Superfinale. „Die 100 Meter Brust waren wirklich schwer. Ich habe durch die Kälte nach etwa 75 Metern kaum Druck mehr ausüben können. Und dann musste ich ja im Superfinale über die gleiche Distanz nochmals ran. Dagegen waren die 50 Meter Schmetterling pure Entspannung“, so Bieber anschließend. Im zweiten Superfinale über 100 Meter Brust kam er anschließend ebenfalls auf den sechsten Platz.

Über die 50 Meter Schmetterling konnte Bieber seinem fünften Titel locker entgegenschwimmen. Allerdings verzockte er sich hier auch ordentlich, wie er später zugab. „Ich dachte, hier komm ich auch ohne 100 Prozent zu geben, locker ins Superfinale. Aber die Konkurrenz war dann doch eine Sekunde zu schnell. Aber das macht nichts. Ich bin absolut happy.“

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