Parents for Future wollen kein Parkhaus auf dem Karl-Bever-Platz

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Lindauer Zeitung

Die Lindauer Gruppe „Parents for Future –Eltern für die Zukunft“ spricht sich gegen ein Parkhaus mit 500 Stellplätzen auf dem Karl-Bever-Platz aus. Die Gruppe fordert stattdessen im Wahlkampf zuerst Ideen für besseren Klimaschutz in Lindau.

Die Klimakrise ist laut Parents for Future auch in Lindau „bei allen politischen Entscheidungen vorrangig zu berücksichtigen“ ist. Für den Verkehr bedeute das weniger Autos. Also müssten Bahn und Bus sowie Radfahren und zu Fuß gehen für die Menschen praktischer und billiger sein. Autofahrer solle dagegen teurer und unpraktischer werden. Dafür böten Verkehrskonzept Klimo und Stadtentwicklungskonzept Isek gute Ansätze.

Dem stehe aber der Antrag von SPD und FW entgegen, die in einem Parkhaus direkt vor der Insel 500 Stellplätze schaffen wollen. Das aber gäbe Kunden und Besuchern ein Signal, dass die Insel „bestmöglich mit dem privaten PKW erreichbar“ sei. Als Folge fürchten die Parents for Future weiter massive Abgas- und Lärmbelastung. Dass SPD und FW nicht Ideen für ein anderes Verkehrskonzept abwarten wollen, nennen die Parents for Future „erschütternd“. Die Verwaltung sollte zusammen mit Bürgern besser andere Verkehrskonzepte entwickeln als ein Parkhaus planen.

Die Eltern halten das beschlossene Parkkonzept für die Insel bis zum Jahresende 2021 für mehr als ausreichend. Gemeint sind Auffangparkplätze auf dem Cofelygrundstück und der Blauwiese mit Shuttlebus zur Insel. Bevor die Stadt in einem Parkhaus weitere Parkplätze direkt vor der Insel schafft, sollten die Befürworter die Notwendigkeit nachweisen. Die Eltern verweisen auf die Meinung von Fachleuten und auf eine 15 Jahre alte Umfrage von Prolindau, demnach drei Viertel der Touristen in Lindau bereit wären, das Auto am Stadtrand abzustellen und mit einem Shuttle auf die Insel zu fahren.

Die Parents for Future werfen SPD und FW vor, sie würden „den durch den Bürgerentscheid bekundeten Bürgerwillen umgehen“ wollen. Nicht nur, dass die Forderung nach der Planung eines Parkhauses nach dem Bürgerentscheid vom November unzulässig sei. Darüber hinaus dürfe sich bei solchem Vorgehen niemand „über nachlassendes Engagement und Interesse an politischen Entscheidungsprozessen und eine zunehmende Frustration in der Bevölkerung wundern“. Die Parents for Future fordern deshalb eine umfassende und neutrale Information der Bürger und deren ergebnisoffene Beteiligung. Dies umso mehr, als ab Mai in Lindau ein neuer OB und ein neuer Stadtrat im Amt sein werden. Aus Sicht der Parents for Future „ist diese Wahl auch eine Klimawahl – wir erwarten, dass unter anderem Konzepte präsentiert werden, wie zukunftsfähige, klimafreundliche Mobilität in Lindau zu erreichen ist“.

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