Organisatoren erwarten Rekordteilnahme an Wissenschaftlern

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Organisatoren erwarten Rekordteilnahme an Wissenschaftlern
Organisatoren erwarten Rekordteilnahme an Wissenschaftlern (Foto: Christian Flemming)
Lindauer Zeitung

Anlässlich der 70. Lindauer Nobelpreisträgertagungen erwarten die Organisatoren über eine Rekordteilnahme an hoch dekorierten Wissenschaftlern: Rund 70 Preisträger haben bereits ihre Teilnahme für die Woche vom 28. Juni bis 3. Juli zugesagt. Das sind laut Pressemitteilung der Veranstalter fast doppelt so viele wie bei den jüngsten Tagungen. Der Grund: Alle fünf Jahre – so auch 2020 – findet eine interdisziplinäre Tagung mit allen drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen statt. (2015: 65 Laureaten).

Bettina Gräfin Bernadotte, Präsidentin des Kuratoriums: „Wir freuen uns über ein weltumspannendes und generationenübergreifendes Netzwerk von Wissenschaftlern. Über die Relevanz der Wissenschaft wurde in der Geschichte der Tagungen seit 1951 immer wieder berichtet, auch über Grundlagenforschung, die ja eine zieloffene Forschung ist. In späteren Jahren wurde dann der Nutzen für die Gesellschaft deutlich – Beispiele sind die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Krebstherapie sowie jüngst der Lithium-Ionen-Akku in all unseren mobilen Geräten.“

Aus der Riege der aktuellsten Preisträger werden William Kaelin, Jr., Michel Mayor, Olga Tokarczuk und M. Stanley Whittingham erwartet. Neben ihnen kommen Ende Juni neun weitere Laureaten erstmals nach Lindau, Robert Huber (Chemie, 1988) wird bereits zum 24. Mal dabei sein.

Damit bekommt auch der 2019 eingeweihte Steg der Nobelpreisträger bei der Lindauer Inselhalle Zuwachs: Jeder der gut 400 Laureaten, die seit 1951 an einer Tagung teilgenommen haben, wird dort mit einer gravierten Stehle gewürdigt. Ähnlich groß ist mittlerweile die erst anlässlich der 50. Tagung begründete Stifterversammlung der Tagungen: Sie umfasst 350 Mitglieder, bis auf wenige Ausnahmen allesamt Nobelpreisträger.

Für den in Lindau einzigartigen Austausch mit Nachwuchswissenschaftlern haben fast 200 akademische Partner weltweit – Akademien, Universitäten und Stiftungen – junge Forscher aus über 100 Ländern nominiert, (Auswahlverfahren läuft noch, Teilnehmer aus diesem Kreis stehen Ende Februar fest). Die Nobelpreisträger repräsentieren 13 verschiedene Nationalitäten, zehn von ihnen kommen aus Deutschland, ist der Pressemitteilung weiter zu entnehmen.

Die jüngeren wie auch die älteren Wissenschaftler werden gemeinsam die „Lindau Guidelines“ diskutieren und diese im Lauf der Tagung verabschieden: Sie sollen Orientierung geben für eine globale, nachhaltige und offene, das heißt auch auf Zusammenarbeit ausgelegte Wissenschaft im 21. Jahrhundert. Diese Initiative geht auf die Nobelpreisträgerin Elizabeth Blackburn (Physiologie oder Medizin, 2009) und die 68. Lindauer Tagung 2018 zurück.

Der traditionelle International Day am Montag der Tagungswoche wird vom Vereinigten Königreich als Gastland gestaltet werden. Dabei wird unter anderem Venkatraman Ramakrishnan (Chemie, 2009), der auch Präsident der Royal Society ist, eine Zwischenbilanz ziehen: Wie ist es 150 Tage nach dem Brexit um die Strukturen in der Wissenschaft des Landes und die Beziehungen zur EU bestellt?

Knapp drei Monate vor der Tagung steht noch ein weiteres großes Jubiläum bevor: Am 6. April 2020 (Montag) wird Edmond Fischer 100 Jahre alt (Medizin oder Physiologie, 1992). Er hat bereits elf Mal an den Lindauer Tagungen teilgenommen und wurde von den Veranstaltern eigeladen, die diesjährige „Life Lecture“ zu halten, den abschließenden Höhepunkt des Programms.

Neben der interdisziplinären Tagung findet Ende August wie alle drei Jahre die 7. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften statt (25. bis 29. August).

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