Offen und besucherfreundlich

Lesedauer: 4 Min
Der Cavazzen: Das alte Gebäude soll in seiner Struktur neu belebt werden. Es wird auch weiterhin einen Platz für Sonderausstellu
Der Cavazzen: Das alte Gebäude soll in seiner Struktur neu belebt werden. Es wird auch weiterhin einen Platz für Sonderausstellungen geben, sagt Museumsleiterin Barbara Reil. Künftig soll das Gebäude auch einen Zugang über die Krämergasse bekommen. (Foto: Archiv: cf)
Christiane Link-Raule

Es haben am Montagabend gleich einige Jahresversammlungen in Lindau stattgefunden, sodass der Förderverein Cavazzen sich im kleineren Kreis als gewohnt traf. Die 20 Mitglieder, die in das Alte Rathaus gekommen waren, zeigten sich sehr interessiert an den Plänen zum neuen Stadtmuseum, die Museumsleiterin Barbara Reil vorstellte.

Das Raumkonzept für das künftige Museum im Cavazzen unterscheide sich fundamental vom bisher Dagewesen, sagte Barbara Reil. Das alte Gebäude werde in seiner historischen Struktur neu belebt, die Exponate der Ausstellungen integrieren sich adäquat in die Räumlichkeiten. Geplant sind vier Rundgänge, die die Geschichte Lindaus verdeutlichen. Zudem wird es weiterhin einen Platz für Sonderausstellungen geben.

Das Erdgeschoss wird zum offenen Empfangsraum umgebaut. In den ehemaligen Sonderausstellungsräumen entsteht ein Servicebereich. Wo früher Shop und Garderobe waren, startet der erste und kostenlose Rundgang mit der Geschichte des Cavazzen. Eingeplant ist ebenfalls ein Raum für kostenfreie kleinere Wechselausstellungen. Den zweiten und dritten Rundgang mit den Themen „Reichs- und Handelsstadt“ und „Moderne Zeiten – das lange 19. Jahrhundert“ erkunden die Besucher im ersten Stock. Im zweiten Stock finden die Sonderausstellungen statt und der vierte Rundgang zu „Lindau unter dem Nationalsozialismus bis heute“.

Technik unterm Dach

Im Dachgeschoss befinden sich Technik und ein Medienraum für Präsentationen, über das Stiegenhaus erreicht man den Besuchersteg im zweiten Dachgeschoss. Von dort aus haben die Besucher einen Blick auf die gesamte Dachkonstruktion ebenso wie auf den See und die Dächer Lindaus. Im Keller entsteht ein Veranstaltungsraum als zweischiffiger Pfeilersaal, der zusätzlich über eine Treppe am Marktplatz extern zugänglich sein wird.

Drei Zugänge wird das Museum zukünftig haben: am Marktplatz über die Freitreppe, durch den Innenhof des Cavazzen und – neu – von der Nordseite über die Kramergasse kommend in die alte Remise, die wiederhergestellt wird. Das Museumscafé bleibt erhalten, wird sogar vergrößert, damit die Gäste sich auch in den Innenräumen aufhalten können. Im kleinen Cavazzen sind Räumlichkeiten für Museumspädagogik und Verwaltung vorgesehen. Das Museum soll ganzjährig geöffnet sein. „Relativ bald werden Gerüste stehen und eine Schuttrutsche“, freute sich die Museumsleitern auf den Beginn der Bauarbeiten am Cavazzen.

Möglich geworden ist dies, weil alle Objekte, die vor dem Umzug in einer Wärmekammer gegen Schädlingsbefall behandelt wurden, jetzt im neugebauten Museumsdepot untergebracht sind. Der Schatzmeister des Fördervereins, Klaus-Peter Lütcke, konnte von einer Steigerung des Vereinsvermögens im Jahr 2018 von 134 121,84 Euro auf 171 689,60 Euro berichten. Vorstand Winfried Hamann hielt einen Rückblick auf das vergangene Jahr und erwähnte die Spendenerfolge des Vereins mit 124 801 Euro Ende des Jahres 2018. „Wir sammeln fleißig weiter“, meinte er und wies darauf hin, dass am 12. Juli um 19 Uhr am Pulverturm ein gastronomisches Charity-Event stattfinden werde. Die Anzahl der Plätze sei begrenzt, der Mindesteintrittspreis werde 100 Euro betragen. Mit einer Stimme Enthaltung wurde die Vorstandschaft entlastet.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen