OB-Wahl in Lindau: Daniel Obermayr geht noch einmal ins Rennen

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Beim Picknick am Hoyerbergschlössle hat die Bunte Liste den größten Teil ihrer Kandidaten für die kommende Kommunalwahl vorgestellt. (Foto: isa)
Isabel Kubeth de Placido

Nun ist’s raus: Mit drei Frauen an der Listenspitze, Daniel Obermayr als Oberbürgermeisterkandidat, einem Pool von insgesamt 35 Stadtratskandidaten und einem Bürgerbegehren startet die Bunte Liste in den Wahlkampf um den Oberbürgermeisterposten und die Sitze im Stadtrat.

Nicht ohne Grund hat sich die Bunte Liste das Hoyerbergschlössle für ihr Picknick ausgesucht. Denn das einstige Gruber-Schlössle, dessen Großteil des Kaufpreises 1917 die Bürger aufbrachten und das 1922 in den Besitz der Stadt überging, ist nicht nur ein Zeichen für Bürgerengagement, sondern auch „ein attraktives Symbol für bunte Politik und dass man einen langen Atem haben muss“, wie Uli Kaiser in der Begrüßung betonte.

Nominierung im Herbst

Immerhin habe es fünf Jahre lang gedauert, nämlich von 2014 bis 2019, bis der Stadtrat endlich den interfraktionellen Antrag der Bunten Liste angenommen und beschlossen habe das Hoyerbergschlössle nicht zu verkaufen, erklärte Kaiser. Und so war es denn auch nicht verwunderlich, dass sich die gut 40 Gäste größtenteils zwar aus den Reihen der bunten Liste zusammensetzte, aber auch zu einem nicht unerheblichen Teil Freunde und Förderer des Hoyerbergschlössles waren. Die offizielle Nominierungsfeier findet dann im Herbst statt. Dann wird auch feststehen, welche 30 der nunmehr 35 Stadtratskandidaten für die kommunalwahl ins Rennen gehen.

Wie bei der vergangenen Oberbürgermeisterwahl auch, wird sich Daniel Obermayr zur Wahl stellen und sich für Klimaschutz und Mobilität einsetzen. Mehr noch als damals, so sagte er, stünden die Zeichen auf Wandel. Jetzt schon sei spürbar, dass sich die Welt verändern werde. „Die Chance für Lindau ist groß, wenn wir nicht am Vergangenen kleben“, meinte er und fand, dass die anderen Kandidaten dies nicht verstanden hätten. Deshalb und weil er die Begabung habe, Menschen zusammen zu bringen, um gemeinsam etwas voran zu bringen, war der 48-Jährige überzeugt: „Das ist meine Chance.“

Das zweite Geheimnis der Bunten Liste lüftete hingegen Michaela Dietenmeier und Pius Bandte, die beide für den Stadtrat kandidieren wollen: „Das Parkhaus mit dem Hotel wird ein Wahnsinnsbau mit einer wahnsinns Ausdehnung. Da sind wir dagegen und strengen ein Bürgerbegehren an“, sagte Dietenmeier und erntete für dieses Vorhaben großen Applaus. Der 21-jährige Zimmermannslehrling Bandte, ergänzte: „Wir halten das für nicht notwendig und für eine Verschandelung. Mir ist wichtig, dass da nicht ein mords Klotz hinkommt.“ Dietenmeier kündigte an, dass es zum Bürgerbegehren am kommenden Freitag, um 20 Uhr eine Infoveranstaltung im Köchlin geben werde. Die Parents for Future – Aktivistin sagte zudem, dass zwei Listen geplant seien: Eine für Wahlberechtigte und eine für unter 18-Jährige. „Die Jungen wollen es einfach anders“, begründete sie die Schaffung dieser Meinungsplattform für die noch nicht Wahlberechtigten. Grundsätzlich rechnete sie dem Bürgerbegehren mit seinen rund 2000 nötigen Unterschriften große Chancen aus.

Neue Gesichter

Abgesehen davon, dass sich beim Picknick am Hoyerberg zahlreiche junge Menschen, wie etwa Ronja Gebhardt, Pius Bandte und Alex Kaiser dazu bekannten, sich als Stadtratskandidaten aufstellen lassen zu wollen, sind auch neue Gesichter dabei, wie etwa Winnie Mosler, der die „Critical Mass“ Fahrradbewegung nach Lindau brachte oder Volker Kleinfeld, der sich auf Facebook immer wieder zu aktuellen Lindau Themen äußert. Darüber hinaus kündigten auch die bisherigen Bunte Liste Stadträte Matthias Kaiser, Alexander Kiss, Max Strauß und Ulrike Lorenz-Meyer an zu kandidieren. Ebenso wie Uli Kaiser, der jedoch ankündigte die kommende Legislaturperiode nicht vollständig durchziehen zu wollen.

Neu ist für die kommenden Kommunalwahlen auch, dass die Bunte Linste seine Frauen an die Spitze setzt. Ulrike Lorenz-Meyer, Laura Brombeis und Inga-Marga Pietrzak sollen die ersten drei Listenplätze einnehmen, sagte Kaiser. „Und Daniel wird der Mann an vierter Stelle auf der Liste sein.“

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