OB-Kandidat fordert Besonnenheit statt Panik

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 Kai Kattau fordert auf, in Ruhe zu überlegen, wie der Karl-Bever-Platz künftig aussehen soll.
Kai Kattau fordert auf, in Ruhe zu überlegen, wie der Karl-Bever-Platz künftig aussehen soll. (Foto: kk)
Lindauer Zeitung

In einer Pressemitteilung äußert sich Kai Kattau, parteiloser Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl im März, zum Karl-Bever-Platz. Kattau hält die die städtebauliche Entwicklung dort für zu wichtig, um das Thema auf eine Stellplatzzahl zu reduzieren. Man sehe an den Testentwürfen doch sehr deutlich, dass das für Lindau als Tagungsstadt so wichtige Hotel und mehr als 300 Stellplätzen in einem Parkhaus nur schwer mit den Zielen eines aufgewerteten Uferparks sowie einer guten städtebaulichen Entwicklung nur schwer zusammenpassten. „Wir sollten nicht in Panik verfallen und uns glauben machen lassen, dass ohne ein Parkhaus keine Gartenschau stattfinden kann“, schreibt Kattau. Es gebe eine Lösung für die Gartenschau und man könne die angemessene städtebauliche Entwicklung des Karl-Bever-Platzes in Ruhe gestalten.

Das eindeutige Ergebnis des Bürgerentscheids vom 10. November vergangenen Jahres habe klar gezeigt, dass die Menschen in Lindau mit der vorliegenden Planung nicht einverstanden sind. „Wir sollten uns jetzt alle gemeinsam die Zeit nehmen und in Ruhe überlegen, wie wir uns den Karl-Bever-Platz in der Zukunft vorstellen“, fordert Katthau und fragt, wie der besondere Ort am Zugang zu Insel angemessen gestaltet werden kann. Und weiter: „Welche Nutzungen sollen zukünftig auf dem Karl-Bever-Platz sein? Reicht der vorhandene Platz für den geplanten Uferpark, ein Hotel und einen Parkhaus überhaupt aus? Und welche Auswirkungen haben mögliche Planungsalternativen für die Stadt und Menschen in Lindau insgesamt?

Die Stadtratsberatungen und Diskussionen im Zusammenhang mit dem Ratsbegehren zum Karl-Bever-Platz hätten in den letzten Monaten gezeigt, dass sich eine Mehrheit des Stadtrats vorstellen könne, die Tagesgäste, die mit dem eigenen Auto anreisen, auf Park+Ride-Parkanlagen zu lenken. „Von dort können unser Gäste mit einer attraktiven Shuttle-Verbindung, beispielsweise mit Solarschiffen vom zukünftigen Freizeitzentrum Eichwald zur Insel befördert werden“, meint Kattau. Für Tagesgäste, die einen schönen Tag auf der Insel verbringen wollen, wäre das sicher ein hochinteressantes Angebot.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Park+Ride-Parkhaus östlich des Berliner Platzes und die Nutzung des neuen Bahnhofs Lindau-Reutin. „Unsere Gäste könnten von dort mit dem Zug auf die Insel fahren und wären in wenigen Schritten am Hafen“, so Kattau.

Ein derartiges Park+Ride-System habe laut Kattau das Potenzial, 400 inselnahe Auto-Stellplätze zu ersetzen, viele Autos noch vor dem Berliner Platz abzufangen und dadurch die Straßen Lindaus zu entlasten. Diese Lösung könnte die Verkehrs- und Lebensqualität für die Menschen in Lindau verbessern und Staus, Abgase sowie Verkehrslärm reduzieren. Damit wären entsprechend des vom Stadtrat bereits beschlossenen Parkraumkonzepts aus dem Jahr 2017 lediglich 300 Auto-Stellplätze auf dem Karl-Bever-Platz notwendig.

„Bevor wir unter Zeitdruck weitere Beschlüsse fassen, sollten wir uns die vorhandenen Beschlüsse genau ansehen und die möglichen Varianten untersuchen. Derzeit wird leider in einigen Kreisen diskutiert, dass jetzt doch ein Parkhaus hermuss, sonst kann bei der Gartenschau niemand parken. Das ist reine Polemik – die Stadt hat mit dem Mobilitätskonzept Natur in Lindau 2021 ein gutes Konzept, mit über 700 zusätzlichen Stellplätzen für besucherstarke Tage, um die Besucher der Gartenschau per Shuttle von Park+Ride-Plätzen auf die Insel zu bringen.“, schreibt Kattau.

Auch für das Jahr 2022, nach der Gartenschau, stünden genügend Parkplätze zur Verfügung. „Es entfallen nur die etwa 300 Stellplätze auf dem ehemaligen Cofely-Areal die zu 100 Prozent nur für die Gartenschau erforderlich sind“, so der OB-Kandidat.

Auf einer soliden Basis könnten in einem breiten Beteiligungsprozess mit den Lindauer Bürgern gemeinsame Lösungen für attraktive Mobilitätsangebote und eine angemessene Stadtentwicklung auf dem Karl-Bever-Platz entwickelt werden. Diesen Prozess will Kai Kattau als Oberbürgermeister der Stadt Lindau ab Mai 2020 begleiten.

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