Nikolaus Brass erhält Lindaus Kulturpreis 2019

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 Der Komponist Nikolaus Brass wird im kommenden Jahr den Kulturpreis der Stadt Lindau erhalten.
Der Komponist Nikolaus Brass wird im kommenden Jahr den Kulturpreis der Stadt Lindau erhalten. (Foto: Stadt Lindau/Astrid Ackerman)
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Kulturpreis der Stadt Lindau

Nikolaus Brass ist der fünfte Träger des Kulturpreises der Stadt Lindau:

2010 Herlinde Koelbl (Fotokünstlerin)

2012 Rudi Spring (Musiker)

2014 Manfred Eicher (Musikproduzent)

2016 Honest Schempp (Bildender Künstler, Autor)

2019 Nikolaus Brass (Komponist)

Nikolaus Brass erhält im kommenden Jahr den Kulturpreis der Stadt Lindau. Oberbürgermeister Gerhard Ecker wird den zeitgenössischen Komponisten im Oktober auszeichnen. Das gab Kulturamtsleiter Alexander Warmbrunn am Mittwochabend im Kulturausschuss bekannt.

Der seit dem Jahr 2010 bestehende Preis soll den Dank der Stadt Lindau an herausragende Kulturschaffende ausdrücken, die in Lindau verwurzelt sind und mit ihrem Werk die städtische Kulturgeschichte mitschreiben. Vor diesem Hintergrund zeichnet die Stadt den Komponisten Nikolaus Brass aus, dessen Werk weit über die Grenzen Lindaus bekannt ist.

Brass ist 1949 in Lindau geboren und hat zunächst Medizin studiert und mehrere Jahre als Arzt gearbeitet. Aber schon neben dem Medizinstudium nahm er ab 1968 private Kompositionsstudien an der Musikhochschule München und später an der Hochschule für Musik in Berlin und führte diese in privaten Studien in Hannover weiter. Schließlich widmete er sich zunehmend der Musik. Besonders prägend für ihn waren laut Mitteilung der Stadt zwischen 1978 und 1986 wiederholte Besuche der Darmstädter Ferienkurse, bei denen er auf Morton Feldman traf, der sein musikalisches Schaffen nachhaltig beeinflusste.

Seit 2003 gibt es zahlreiche Ur- und Erstaufführungen seiner Kompositionen bei den wichtigsten Festivals für Neue Musik, wie die Aufführung der Komposition „structures of echo – lindauer beweinung“, die 2003 in Stuttgart vom SWR Symphonieorchester und dem SWR Vokalensemble Stuttgart dargeboten wurde. Drei Jahre später folgte die Uraufführung von „VOID II“ durch das Rundfunksinfonieorchester Berlin beim Festival Ultraschall in Berlin. Eine Besonderheit dieser Komposition ist der ideelle Bezug zur Architektur des Jüdischen Museums in Berlin. Bei einer späteren Konzertaufführung der Kompositionen „VOID I“ und „VOID II“ im Jahr 2009 kam es in diesem Zusammenhang sogar zu einem Podiumsgespräch zwischen Nikolaus Brass und Daniel Libeskind, dem Architekten des Jüdischen Museums, in dem sie sich über Formen des Gedenkens in Architektur und Musik austauschten.

Bedeutende Projekte der letzten Jahre waren unter anderem im Rahmen der Biennale für neues Musiktheater 2012 in München die Präsentation seines Musiktheaternucleus „memory“ und die Komposition des Wettbewerbsstücks „etchings“ für den internationalen Musikwettbewerb der ARD im Jahr 2016. Charakteristisch für seine Kompositionen sind laut Meret Forster von BR Klassik „fließende Zeitprozesse, Fragen von Ordnung und Störung, das Abtasten der akustischen Außenfläche nach dem, was sie als Widerhall in sich birgt, sowie Aspekte der menschlichen Existenz in einem permanenten Kreisen von Verlieren und Wiederfinden“.

Seine Werke werden nach Angaben des Kulturamts häufig rezipiert und vielfach von renommierten Ensembles interpretiert. Musikzeitschriften und Rundfunkjournalisten haben vielfach über Nikolaus Brass berichtet. Seine Werke sind bei Ricordi Deutschland verlegt. Die Labels NEOS und con legno veröffentlichten zudem bislang vier Porträt-CDs mit Kammer- und Orchester-Musik von Brass.

Seit Kurzem lebt Brass wieder in Lindau

Nachdem Nikolaus Brass 1999 den Förderpreis für Musik der Landeshauptstadt München erhielt, folgte zehn Jahre später der Musikpreis der Landeshauptstadt, in der er bis vor Kurzem gelebt hat. Inzwischen ist Brass zurück in sein Elternhaus nach Lindau gezogen. Seit 2014 ist er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Passend zu seinem 70. Geburtstag im nächsten Jahr, folgt der Kulturpreis der Stadt Lindau.

Kulturpreis der Stadt Lindau

Nikolaus Brass ist der fünfte Träger des Kulturpreises der Stadt Lindau:

2010 Herlinde Koelbl (Fotokünstlerin)

2012 Rudi Spring (Musiker)

2014 Manfred Eicher (Musikproduzent)

2016 Honest Schempp (Bildender Künstler, Autor)

2019 Nikolaus Brass (Komponist)

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