Lindau hat eine neue Bürgerinitiative: Demo gegen Bebauung hinter der Therme geplant

 Der Bauausschuss berät am Montag über die geplante Bebauung hinter der Therme.
Der Bauausschuss berät am Montag über die geplante Bebauung hinter der Therme. (Foto: Christian Flemming)
Lindauer Zeitung

Lindau hat eine neue „Bürgerinitiative zur Rettung der Kleingärten“. Ihr erster öffentlicher Akt: Gemeinsam mit dem Bund Naturschutz ruft sie zu einer Demonstration vor dem Alten Rathaus auf.

Dort soll der Bauausschuss am Montag um 18 Uhr zum ersten Mal öffentlich über die Bebauung hinter der Therme sprechen. Die Verwaltung will dort ein Nutzungskonzept für das 80 000 Quadratmeter große Grundstück vorstellen, auf dem auch knapp hundert Kleingärten untergebracht sind. Für eine mögliche Bebauung müssten die Kleingärten versetzt und zum Teil auch verkleinert werden.

 Bereits im Februar übergeben Holger Bruckmann (rechts) und Marc Adamiac eine Unterschriftenmappe mit gut 1500 Unterschriften fü
Bereits im Februar übergeben Holger Bruckmann (rechts) und Marc Adamiac eine Unterschriftenmappe mit gut 1500 Unterschriften für den Erhalt der Gärten im Eichwald an die Lindauer Oberbürgermeisterin Claudia Alfons. (Foto: Christian Flemming)

„Die derzeitige Stadtentwicklung gibt zu denken“, schreibt Holger Bruckmann, Sprecher der Bürgerinitiative, in einer Pressemitteilung. „Völlig losgelöst von seiner Bevölkerung scheinen Stadtrat und Verwaltung zu agieren.“ Einerseits verspreche man Bürgerbeteiligung, richte Bürgerwerften ein und werbe mit Losland. „Andererseits zeigt sich, wie schwer sich Stadtrat und Verwaltung mit der Demokratie tatsächlich tun“, so Bruckmann.

Stadt versiegelt aus Sicht der Bürgerinitiative zu viele Flächen

Er verweist darauf, dass die Verwaltung den Bauausschuss zunächst nicht-öffentlich über die geplante Bebauung beraten lassen wollte. Das hatte das Landratsamt nach einer Beschwerde unterbunden. Bürgerentscheide würden „möglichst durch Ratsentscheide ausgebremst und Versprechen wie beim Sportplatz Zech, der nur temporär als Wohnmobilparkplatz dienen sollte, gebrochen“, kritisiert Bruckmann weiter. „Und während Stadtverwaltung und Rat im Rahmen des Bürgerentscheides zum Thermenneubau 2017 den Lindauerinnen und Lindauern versprachen, dass die Kleingärten im Eichwald erhalten bleiben, scheint dies heute schon nicht mehr zu gelten.“

Aus Sicht der Bürgerinitiative sei die Stadt „Meister, wenn es darum geht, Flächen zu versiegeln“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Sie missbilligt nicht die illegalen Abholzungen des Thermenbetreibers, sondern versucht diese nun wahrscheinlich noch durch eine Flächennutzungsplanänderung nachträglich zu legitimieren.

Demonstranten wollen Druck aufbauen

Dass der Klimabeirat einerseits empfehle, Bäume zu pflanzen, um die Folgen des Klimawandels abzufedern, und die Verwaltung gleichzeitig bereit sei, auf Kosten der „naturnahen Kleingärten im Eichwald“ einen „Freizeit-Betoncluster“ zu errichten, das kann die Bürgerinitiative nicht nachvollziehen. Bruckmann bezeichnet dies gar als „bittere Ironie dieser Stadtpolitik“. Mit der Demonstration wollen die Gärtner und Naturschützer Druck auf Stadtverwaltung und Stadtrat ausüben. Denn sie finden: „Ein Umlenken in der jetzigen Stadtpolitik ist vonnöten, mehr denn je.“

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Mehr Inhalte zum Dossier

Persönliche Vorschläge für Sie