Naturschützer lehnen Wasserburger Padel-Platz ab

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 In Wasserburg ist ein Padel-Platz geplant.
In Wasserburg ist ein Padel-Platz geplant. (Foto: Britta Pedersen)

Die meisten Gemeinderäte finden es gut, dass es mit dem geplanten Padel-Platz schon bald ein neues Sportangebot in Wasserburg geben soll. Die ersten Schritte dafür sind bereits auf dem Weg. Im Zuge des Verfahrens für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan meldet sich jetzt der Lindauer Bund Naturschutz (BN) zu Wort. Die Naturschützer lehnen das Vorhaben ab – und haben dafür gleich mehrere Gründe.

Die Wasserburger Beate und Markus Meßmer wollen gemeinsam mit Raik Brauns aus Bodolz gegenüber des Freibads „Aquamarin“ zwei Padel-Plätze inklusive Umkleidekabine bauen. Damit wäre Wasserburg die erste deutsche Gemeinde südlich von Stuttgart, die den Trendsport anbietet. Bereits in seiner Dezember-Sitzung hatte der Gemeinderat beschlossen, sich auf das Verfahren zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die Sportanlage einzulassen. In ihrer jüngsten Sitzung vergangene Woche haben die Räte Bürgermeister Thomas Kleinschmidt bevollmächtigt, mit den Vorhabenträgern einen Durchführungsvertrag abzuschließen. Dagegen stimmten fünf Räte der ULW und FB. Sie fürchten unter anderem, dass der Padel-Platz eine zu hohe Lärmbelästigung mit sich bringe.

Auch der Lindauer Bund Naturschutz ist gegen das Vorhaben. Die Naturschützer fürchten zu viel Bebauung auf der Grünachse zwischen Wasserburg und Alwind. „Hier bestätigen sich unsere schon beim Vorhaben Reutenen-Nord geäußerten Befürchtungen, dass die große seenahe Freifläche nach und nach allerlei baulichen Zwecken zum Opfer fällt“, schreibt der BN.

Dabei sei diese Grünachse wichtig. „Die Wertigkeit dieser Grünachse kommt auch darin zum Ausdruck, dass sie zwischen Wasserburg und Fuggerstraße im Regionalplan als landschaftliches Vorbehaltsgebiet ausgewiesen ist.“ Die Naturschützer bemängeln, dass die Wertigkeit dieser landschaftlichen Vorbehaltsgebiete immer wieder wirtschaftlichen Interessen untergeordnet wird, obwohl die Landschaft hier vor allen anderen Nutzungen Vortritt haben müsste. „Die Begründung, dass hier lediglich randlich eingegriffen wird, ist nicht nachvollziehbar, da Grenzziehungen dafür da sind, berücksichtigt zu werden“, schreibt der BN weiter.

Naturschützer fürchten Verschandelung der Landschaft

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan sei nur ein weiterer Versuch, die Uferlandschaft weiter zu verunstalten. „Dieser geplante Baukörper aus Glas und Beton ist landschaftsfremd und steht in keinerlei Bezug zur sensiblen Uferlandschaft. Dazu kommt die weitere Zunahme an Verkehr, der in diesem Bereich ohnehin schon alle Grenzen sprengt“, finden die Naturschützer. Solche Projekte, die auch weiteren Verkehr und Lärm nach sich ziehen, gehörten einfach nicht in Seenähe. Eine Verschärfung der Parkplatznot, der im Sommer schon jetzt mit dem Ausweichen auf landwirtschaftliche Flächen abgeholfen werden müsse, sei vorprogrammiert.

„Als Mangel in der Planung sehen wir zudem das Fehlen von Angaben zu Betriebszeiten“, so der BN weiter. „Auch wenn hier nichts vorgegeben wird, scheint eine nächtliche Nutzung nicht ausgeschlossen, da insektenfreundliche Beleuchtung vorgeschrieben werden soll und die Gebäudehöhe überschreitende Masten erlaubt werden.“ Eine Zunahme der nächtlichen Lichtverschmutzung und negative Auswirkungen auf den Biorhythmus von Mensch und nachtaktiven Tieren sei damit vorprogrammiert. Der BN warnt außerdem davor, weitere landwirtschaftliche Flächen zu beanspruchen. „Wir bezweifeln, dass es in Wasserburg keine Alternativen zu diesem Standort gibt, denn die betroffene Grundstücksfläche gehört wohl nicht zufällig der Initiatorin dieses Vorhabens.“

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